Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Unzulänglichkeiten

Mein Landleben Unzulänglichkeiten

Das Jahr ist vorüber. Aber ein bisschen klingt Weihnachten noch nach. Bei mir jedenfalls. Es ist nicht alles glatt gelaufen. Ich habe den Wein für den Mann vergessen, der uns bekocht hat. Meine Schwester hat mich dann gerettet und mir den Wein, den sie eigentlich mir schenken wollte, gegeben.

Voriger Artikel
AWS-Geschäftsführer zum Wertstoffgesetz
Nächster Artikel
Rückkehr aus Angst vor Einreiseverbot

Landkreis. Exakt die Flasche habe ich dann dem Koch geschenkt. Das war nicht optimal. Aber besser, als gar keine Aufmerksamkeit für ihn zu haben.
Er hat nämlich sehr aufwendig gekocht. Vegan. Leider war der Grünkernbraten dann nicht schnittfest und zerfiel in seine Einzelteile. Ein optisches Desaster, das an Knipp erinnerte – diese Grützwurst, die schon für manchen Fleischesser eine ästhetische Herausforderung darstellt. Zugegeben: Ich musste mich überwinden, zuzugreifen.

Aber die Grünkern-Pampe hat dann doch recht gut geschmeckt. Abgesehen davon habe ich meine eigenen Socken verschenkt, die ich mir auf einem Weihnachtsmarkt gekauft hatte. Wo das Paar abgeblieben ist, das ich eigentlich hatte einpacken wollen, ist bis heute ein Rätsel. Und dann ist da noch eine Sache mit den Socken – sie sehen ähnlich aus, sind aber ganz und gar nicht gleich. Super Geschenk.

Erspart geblieben sind mir dagegen brennende Tannenbäume und sonstige Katastrophen, die mein tapsiger Junghund in fremden Wohnzimmern hätte anrichten können. Ich habe ihn in weiser Voraussicht nämlich gar nicht in fremde Wohnzimmer mitgenommen. Im Gegensatz zu meiner Bekannten, deren Hund an den Tannenbaum gepinkelt und drei Weihnachtskugeln ihrer Schwiegermutter zerstört hat. Ich bin froh, diese Erfahrung nicht gemacht zu haben.

Andererseits werde ich nun nie erfahren, wie es mit meinem Hund im fremden Wohnzimmer geklappt hätte. Vielleicht wäre es schön gewesen. Und wenn nicht, hätten wir vielleicht lustige Geschichten erzählen können. So wie meine Bekannte. Ihre Schwiegermutter-Geschichte mit dem pinkelnden Hund am Tannenbaum ist unschlagbar.

Es ist eben selten die Perfektion, die großartige Geschichten schreibt. Fast immer sind es die Unzulänglichkeiten, die das Leben lustig machen. Vielleicht hätte ich es also doch wagen sollen – das Hunde-Experiment. Fragt man ältere Menschen, so bereuen sie immer nur die Dinge im Leben, die sie nicht gewagt haben. Aber jetzt ist ja 2016. Neues Jahr. Neues Glück. Neue Chancen. Und ich werde im neuen Jahr mal den Unzulänglichkeiten eine Chance geben. Das wird lustig. Von Anke Weber

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg