Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Verhärtete Fronten im Tarifstreit

Scharfer Ton Verhärtete Fronten im Tarifstreit

Der Ton im Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft IG Metall und den Arbeitgebern wird schärfer: Bei einem Warnstreik vor den Toren der Fränkischen Rohrwerke in Bückeburg bezeichnete Thorsten Gröger, Erster Bevollmächtigter der IG Metall, das Angebot der Gegenseite gestern vor mehr als 200 Arbeitnehmern als Mist.

Voriger Artikel
Nager in Tüte ausgesetzt
Nächster Artikel
Langsam wird es eng

Mehr als 200 Beschäftigte demonstrieren vor den Toren der Fränkischen Rohrwerke in Bückeburg für mehr Lohn.

Quelle: pr.

Landkreis. In Schaumburg legten insgesamt rund 600 Metaller die Arbeit nieder, um ihrer Forderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn sowie mehr Geld und Zeit für Bildung Ausdruck zu verleihen. Zudem soll es eine neue Altersteilzeit-Regelung geben.

„Wir sind nicht hier, um alte Rituale zu pflegen, sondern weil wir durch das Verhalten der Arbeitgeber dazu gezwungen sind, für unsere berechtigten Forderungen einzutreten“, erklärte Gröger vor den Toren der Fränkischen Rohrwerke. Das bisherige Angebot des Verhandlungspartners NiedersachsenMetall sei keine Verständigungsbasis. Vielmehr sieht der Gewerkschafter darin eine Verhöhnung der jeden Tag von den Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben erbrachten guten Leistungen.

Für die Haltung der Arbeitgeber brachte Gröger kein Verständnis auf. Trotz solider Konjunktur sowie niedriger Ölpreise und Zinsen spreche die Gegenseite von einer Konjunkturflaute. Das sei nicht als Karnevalsscherz zu verstehen, sondern stelle gleichfalls eine Verhöhnung der Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie dar.

Unterstützung bekam der Gewerkschafter vom Betriebsratsvorsitzende der Fränkischen Rohrwerke, Ralf Meier: „Ich kann die Arbeitgeber nur auffordern, endlich ein kompromissfähiges Angebot vorzulegen. Sie haben zwar bei der Entgelthöhe mehr geboten als in den vergangenen Jahren, aber ich kann mir vorstellen, dass sie uns damit bei unseren qualitativen Forderungen etwas abkaufen wollen. Das machen wir nicht mit.“

Die Arbeitgeberseite sieht das naturgemäß anders. Die Forderung von 5,5 Prozent mehr Lohn hält Henning Wiemann, kaufmännischer Leiter von Hautau, für „nicht gerechtfertigt. Die Lebenshaltungskosten sind derzeit sehr niedrig.“

Wiemann rechnet mit einem baldigen Ende des Tarifstreits. „Wir werden uns sicher nicht auf 2,2 Prozent einigen, aber auch nicht auf mehr als 5 Prozent.“ Die Lohnerhöhung werde sich auf das Betriebsergebnis auswirken, prognostiziert Wiemann. „Wir können die gestiegenen Lohnkosten nicht an unsere Kunden weitergeben. Der Preisdruck aus Osteuropa ist groß.

Außerdem mussten wir bereits im vergangenen Jahr die Preise erhöhen, weil Zink und Aluminium um 25 Prozent teurer geworden sind.“ Die Geschäftsführung von Faurecia wollte sich gestern nicht zum Tarifstreit äußern. Auch die Führungsspitze der Fränkischen Rohrwerke hielt sich bedeckt.

Während bei dem Bückeburger Unternehmen den gesamten Tag gestreikt wurde, waren bei dem Filterhersteller Lühr, Faurecia, Hautau und dem Pumpenproduzenten ITT Bornemann nur die Frühschichten in den Ausstand getreten. „Wir sind mit der Beteiligung sehr zufrieden“, so Gröger weiter. Bei den Rohrwerken sei eine Quote von 80 Prozent erreicht worden und auch die Werte bei den Frühschichten in den anderen Betrieben seien sehr gut.

Für den morgigen Dienstag sind weitere Arbeitsniederlegungen geplant. So sollen im Bereich Hameln bei 13 Betrieben zeitweilig die Bänder still stehen. Auch in der Region Hannover sind Warnstreiks und Kundegebungen von der IG Metall geplant. Für Schaumburg sind nach Angaben Grögers vorerst keine weiteren Aktionen der Gewerkschaft geplant.

„Wenn die Arbeitgeberseite weiterhin an ihrer Position festhält, müssen wir in letzter Konsequenz über eine Urabstimmung nachdenken“, gab sich der Gewerkschafter IG-Metall-Vertreter kämpferisch.  bus, bes, ber

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg