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Aus dem Landkreis Verwandtschaft mit heutigen Dorfbewohnern nicht feststellbar
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Verwandtschaft mit heutigen Dorfbewohnern nicht feststellbar
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06:17 18.03.2012
Blick in die Vergangenheit: Vortragsbesucher nehmen Urnen aus der Zeit um 600 v.Ch. in Augenschein.  Quelle: sk
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Landkreis (sk). Vor dem großen Sitzungssaal nahmen die Vortragsgäste hinter Glas ausgestellte Fundstücke in Augenschein. In einem gut erhaltenen Urnenexemplar ragten Knochensplitter aus der Füllung, die die Bestattungsart aufzeigten. Die Leichen waren verbrannt und Knochenüberreste, der „Leichenbrand“, in ein irdenes Gefäß gefüllt worden. Dieses erhielt einen Deckel und wurde in der Erde vergraben. Die Frage aus den Zuhörerreihen, ob aus den menschlichen Überresten noch DNA-Spuren zu sichern seien, die eventuell eine Verwandtschaft zur heutigen Hohnhorster Bevölkerung aufzeigen könnten, musste Berthold verneinen. Was bei Bestattungsfunden aus der Bronzezeit in der Harzer Lichtensteinhöhle möglich war, schließe sich für den Fall Hohnhorst aus. Die mineralischen Knochenbestandteile gäben keine DNA mehr her, legte der promovierte Archäologe dar.

Spontanen Applaus gaben die 70 Zuhörer, die auf Einladung der Schaumburger Landschaft ins Kreishaus gekommen waren, Wilhelm Seegers. Der Baggerfahrer hatte beim Abziehen des Mutterbodens für den Bau ein Biogasanlage die Urnen im Boden entdeckt, als solche erkannt und den Fund sofort gemeldet.

Bezirksarchäologe Friedrich-Wilhelm Wulf vom Landesamt für Denkmalsschutz hofft, in Kooperation mit der Universität Göttingen die Funde aufarbeiten zu können. Gelder hierfür sollen beim Förderprogramm Pro Niedersachsen beantragt werden. Wulf: „Ich habe gute Hoffnung, dass das klappt.“ 

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