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Viel Geld vom Landkreis – kaum Projekte zum Fördern

Landkreis / Kreisjugendring Viel Geld vom Landkreis – kaum Projekte zum Fördern

Der Kreisjugendring Schaumburg hat etwas, wovon viele andere gemeinnützige Vereine nur träumen können: Geld im Überfluss! Auf exakt 39195,18 Euro beläuft sich das Guthaben, das der Kreisjugendring nach Auskunft von dessen Kassenwart Marcel Reinecke im Laufe mehrerer Jahre auf seinem Konto angesammelt hat.

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Als Vorstand des Kreisjugendrings müssen Gabriele Willers (von links), Marcel Reinecke, Rainer Diekmann, Jan Steuber, Andrea Martin-Pieper, Jan-Hendryk Willers und Moran Dzang (fehlt auf dem Bild) eine Lösung für die Verwendung des angesammelten Geldes finden.

Quelle: Michael Werk

Bückeburg. Landkreis (wk). Zum Stichtag 31. Dezember 2011, wohlgemerkt. Denn für 2012 gibt es zusätzliches Geld vom Landkreis Schaumburg – und zwar den alljährlichen „Kleinzuschuss“ in Höhe von 2100 Euro für die Anschaffung technischer Geräte und pädagogischer Hilfsmittel sowie den ebenfalls alljährlichen „Großzuschuss“ in Höhe von 5800 Euro, über dessen Verwendung der Vorstand des Kreisjugendrings selber entscheiden kann. Die 5800-Euro-Überweisungen sind es übrigens gewesen, die sich laut Reinecke im Laufe der Jahre zu dem stolzen Guthaben summiert haben.

Der Verein sei über mehrere Jahre nicht besonders aktiv gewesen, berichtete Gabriele Willers, die im März 2010 das Amt der Vereinsvorsitzenden übernommen hat und den Kreisjugendring wieder in Schwung bringen möchte. Zwar habe es seinerzeit Vorstandssitzungen gegeben, aber eben keine Zusammenarbeit mehr mit den Mitgliedern. Lediglich ein paar Einzelaktionen seien gemacht worden.

Das Problem ist, dass auch der im Jahr 2010 an den Start gegangene neue Vorstand nicht weiß, was er mit all’ dem Geld vom Landkreis machen soll: Der Kreisjugendring dürfe jetzt nicht in die Situation kommen, dass er das Geld großzügig verteilt und dann „plötzlich“ keine Jugendarbeit mehr finanziell fördern kann, sagte Willers. Statt dessen werde man „gucken, wie das für alle möglichst befriedigend gelöst wird“. Eine Entscheidung darüber wolle sie bei dieser Jahresversammlung zudem allein schon deshalb nicht treffen, da sie „nicht so weit in der Materie stecke“, um „rechtlich überblicken“ zu können, welchen „Spielraum“ der Kreisjugendring hat. Was die Lösung dieses Problems betrifft, kommt erschwerend hinzu, dass der Vorstand, so Willers, nicht weiß, wie viele der in den Unterlagen geführten 80 Mitglieder (der Kreisjugendring ist ein Zusammenschluss einzelner Schaumburger Vereine, die in irgendeiner Form Jugendarbeit betreiben) überhaupt noch Interesse am Kreisjugendring haben beziehungsweise noch existieren („Kartei-Leichen“). Vor der Versammlung habe man entsprechend viele Einladungen verschickt, „aber wie man sieht“, sei nicht von allen eine Resonanz zu erwarten, resümierte die Vereinsvorsitzende mit Blick auf die rund 15 Teilnehmer der Jahresversammlung, von denen zum Teil mehrere Personen für den gleichen Mitgliedsverein gekommen waren. Unterm Strich waren also noch deutlich weniger Vereine bei der Veranstaltung in den Räumen der Jugendfreizeitstätte Bückeburg vertreten.

Anlass für diese Stellungnahme von Willers hatte übrigens eine besorgte Nachfrage eines Teilnehmers gegeben, der nicht nur wissen wollte, was mit den mehr als 39000 Euro auf dem Vereinskonto passieren soll, sondern auch darauf hingewiesen hatte, dass ein gemeinnütziger Verein erhaltene Gelder nicht über Jahre hinweg ansammeln darf, wenn er nicht Gefahr laufen wolle, den vom Finanzamt anerkannten Status der Gemeinnützigkeit zu verlieren.

Bleibt die Frage, was Willers und der übrige Vorstand seit März 2010 unternommen haben, um dem Kreisjugendring wieder neues Leben einzuhauchen: Monatlich habe man sich in den vergangenen zwei Jahren getroffen, um die bereits 1985 bei Gründung des Vereins beschlossene Satzung zu überarbeiten und „einige Projekte anzuschieben“, erklärte die Vorsitzende. So habe man etwa eine „Anschubfinanzierung“ für die Umstellung mehrerer Ferienspaß-Buchungsverfahren von „manuell“ auf „online“ geleistet und bei der Aktion „Bad Nenndorf ist bunt“ mitgemacht. Darüber hinaus sei daran gedacht, in Kooperation mit Schaumburger Schulen ein Logo für den Kreisjugendring entwickeln zu lassen, mit dem sich der Verein nach außen darstellen kann und das für einen Wiedererkennungswert sorgt. Überlegt werde ferner, wie das ehrenamtliche Engagement junger Menschen in Vereinen zukünftig „honoriert“ werden könnte.

Anlässlich der turnusmäßigen Wahlen wurde der Vorstand des Kreisjugendrings bei der Jahresversammlung nahezu komplett für die kommenden zwei Amtsjahre wiedergewählt: Gabriele Willers bleibt somit Vorsitzende. Ihr zur Seite stehen weiterhin Rainer Diekmann (stellvertretender Vorsitzender), Moran Dzang (Schriftführer), Marcel Reinecke (Kassenwart) sowie die Beisitzer Jan-Hendryk Willers und Jan Steuber. Neu ins Beisitzer-Amt gewählt wurde Andrea Martin-Pieper, die damit die bisherige dritte Beisitzerin Roxanne Rosendahl ersetzt. Mit einer Stimme Enthaltung wurde außerdem die Neufassung der Vereinssatzung beschlossen.

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