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Viele Bäcker im Landkreis setzen auf Bringdienste

Zubrot Viele Bäcker im Landkreis setzen auf Bringdienste

Der Gang aus der mollig warmen Backstube zum mobilen Bäckerladen, der bei frühwinterlichen Temperaturen vor der Tür auf seinen Einsatz wartet, ist für Bäckermeister Bernd Drotschmann, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei in Haste, nicht unbedingt ein Zuckerschlecken. „Bei diesen Temperaturen bleib ich eigentlich gerne in der Backstube“, sagt er mit einem Lächeln. Drotschmann ist bei Weitem nicht der einzige Backwarenhersteller in Schaumburg, der derzeit mit eisigen Temperaturen zu kämpfen hat, denn so gut wie jeder Bäcker in Schaumburg bietet einen Bringdienst an.

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Bernd Drotschmann präsentiert die Waren seines mobilen Bäckerladens.

Quelle: js

Landkreis (js). Dieser Service existiert in zwei Formen. „Entweder werden die Backwaren von Haus zu Haus gebracht oder umliegende Stützpunkte abgefahren“, weiß Karl Wilke, Obermeister der Bäckereiinnung. Die Bäckerei Drotschmann bietet beides an. „Es gibt verschiedene Routen, die regelmäßig abgefahren werden“, erklärt der Haster. So stehen am Montag beispielsweise Rehren, Ohndord und Idensen auf dem Fahrplan. Nicht selten übernimmt der Chef dabei selbst das Steuer – so wie sein Vater und Großvater vor ihm, der 1964 den mobilen Bäckerladen eingeführt hat.
Eine etwas jüngere Tradition hat der Bringdienst direkt vor die Haustür, der bei Drotschmann meist am Wochenende Verwendung findet und nur über Bestellungen funktioniert. „Da fahren wir viele Familien an, die gerne ausschlafen möchten“, erklärt der Konditor.
Beide Service-Angebote werden von den Kunden gern genutzt, berichtet der 49-Jährige. Oftmals seien es ältere Menschen, die pünktlich an den zentralen Verkaufsstellen auf ein Brötchenmobil warten. „Viele Senioren sind ja leider nicht mehr so flexibel und auf diesen Dienst angewiesen“, berichtet auch Innungsobermeister Wilke. Die Kunden schätzen aber nicht nur, dass die Brötchen zu ihnen kommen, sondern auch den persönlichen Kontakt mit den Verkäufern. „Den Leuten gefällt es, das oftmals noch der Chef selbst ins Auto steigt“, so Wilke. Gerade in Zeiten des schwindenden Durchgangsverkehrs sei der persönliche Kontakt zu den (Stamm-)Kunden umso wichtiger.
Wer jetzt ein Rennen der verschiedenen Bäckermobile auf die zentralen Plätze der Ortschaften vor Augen hat, sieht sich getäuscht. „Jeder hat sein Gebiet und bleibt dort auch meist drin“, so Wilke.
Dass größere Ketten auf den Zug aufspringen könnten, befürchtet der Obermeister nicht: „Die beschäftigen sich nicht mit solchen Kleinigkeiten“, sagt er. Denn obwohl durch den Bringdienst „etwas übrig bleibt“, sei er für viele Bäckereien eher lohnendes Zubrot. „Unsere Haupteinnahmequelle bleibt der Laden“, sagt beispielsweise Wilhelm Planert von der gleichnamigen Bäckerei in Riehe. Auch für Drotschmann ist der Bringdienst zwar eine „lohnende Sache“. Allerdings bleibe der Fokus auf das Ladengeschäft in Haste gerichtet. Dort gibt es immerhin auch eine Heizung.

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