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Tourismus in Schaumburg Virtuell durch die Altstadt

jeWas hat das Schaumburger Land touristisch zu bieten? Eine ganze Menge! Das ist jedenfalls die Meinung von Matthias Gräbner.

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Das ist die Zukunft, zeigt Sarah Balser im Touristikzentrum Rinteln: Das Smartphone in einem Google Cardboard und die Reise kann schon vom Sofa aus losgehen. wm

Landkreis. Die Zukunft hat Gräbner bereits im Blick. Wortwörtlich. Die sieht der Geschäftsführer des Zweckverbandes Touristikzentrum Westliches Weserbergland nämlich durch sein Smartphone kombiniert mit einem Google Cardboard.Das ist eine Halterung aus Karton, die das Smartphone zu einer Virtual-Reality-Brille mache.

Mit einer solchen Brille, sagt Gräbner, wird sich bald jeder, der Urlaub im Weserbergland machten möchte, bei der Reisevorbereitung erst einmal die Highlights anschauen, virtuell durch die Altstadt Rintelns laufen und die Schaumburg sowie die Schillathöhle anschauen. Die Bilder dazu will das Touristikzentrum in der Weserstadt liefern.

Wenn man eine Rankingliste für das westliche Weserbergland und damit die sechs Kommunen aufstellen wollte, die zum Touristikzentrum mit Sitz in Rinteln gehören, würde sich diese wohl so lesen: Platz eins, Radtourismus; Platz zwei, Wandern; Platz drei, Kulturreisen.

Ein Blick auf die Statistik zeigt: Beim Tourismus geht es stetig bergauf. Er ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region und nach wie vor ein Wachstumsmarkt. Das können nicht alle Branchen von sich behaupten. Als Beispiel nur eine Zahl: 140.000 Übernachtungen im Jahr allein in Rinteln. Da sind die kleinen Pensionen, der Wohnmobilstellplatz und die vielen Tagestouristen nicht einmal mit eingerechnet.

Der Weserradweg, der 225 Kilometer lange Weserberglandweg und der 72 Kilometer langer Hansaweg sind als touristische Marke inzwischen in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannt. Daran haben Gräbner und sein Team einen großen Anteil. Dazu gehörte auch beharrliche Überzeugungsarbeit in den Kommunen, um zu erklären, dass eine Zusammenarbeit nicht nur preiswerter , sondern auch effektiver und erfolgversprechender sei, schildert er. Stadtmarketing und überregionales Tourismusmarketing seien eben zwei verschiedene Dinge mit unterschiedlichen Zielgruppen.

Am und auf dem Weserradweg, so betont Gräbner, ist in den vergangenen Jahren eine Menge verbessert worden: die Ausschilderung, die Streckenbeschaffenheit, der Anschluss von Nebenstrecken. Dabei habe man immer im Blick behalten, was Radtouristen mögen und dafür bei Kommunalpolitikern geworben, die es eigentlich lieber gesehen hätten, wenn der Radweg durch jedes Dorf führt. Doch Radtouristen favorisieren eine flussnahe Streckenführung, die Strecke muss familientauglich sein. Und es gibt ein neues Fernziel: einen Radweg auf beiden Seiten der Weser. Dass Radtouristen das schätzen, sehe man daran, wie gut die Abzweigung des Weser-Radwegs über die Fähre in Großenwieden und Hohenrode nach Rinteln angenommen wird.

Wandern boomt, Wandern ist Breitensport: „Hier haben wir auch die höchsten Wachstumsraten“, sagt Gräbner. Vor allem seit sich herumgesprochen hat, dass der Weserberglandweg und der Hansaweg ihre Qualitätssiegel zu Recht tragen. Gemessen daran, dass beide Wege durch eine dicht besiedelte Landschaft führen, ist den Pfadfindern das Kunststück gelungen, dem Wanderer streckenweise die Illusion zu vermitteln, rundherum sei nur wilde Natur, die Zivilisation weit entfernt. Die nächsten Ziele an dieser Stelle sind perfekte Rundwanderwege. Einer davon soll rund um die Schaumburg gehen. Ohne das Engagement der Ehrenamtlichen, so betont Gräbner, wäre das nicht zu machen.

„Aus touristischer Sicht“, sagt der Geschäftsführer, „haben beide Weitwanderwege den Vorzug, dass man sie in Etappen laufen und überall ein-, wie aussteigen kann“ . Gleichzeitig bietet die Region eine unendliche Vielfalt weiterer touristischer Ziele, wenn man die Wanderschuhe in die Ecke stellen will.“ Man könne gut kombinieren: Drei Tage wandern, zwei Tage Städtetouren zum Beispiel.

Und es gibt ein neues Produkt: „Das historische Weserbergland“. Hier finden Touristen gebündelt die historischen Besonderheiten der Städte auf einen Blick und die dazu passenden Angebote und werden mit Geschichten auf historische Pfade gelockt. Wer weiß schon, dass der Einbecker Apotheker Sertümer das Morphium erfunden hat, dass in Bad Pyrmont – übertragen auf die heutige Zeit – ein G 34 Gipfel der Mächtigen stattgefunden hat?

Rinteln ist die Buchungszentrale des Touristikzentrums. Im Bürgerhaus am Marktplatz sitzt seit dem vergangenen Jahr auch das Personal, das vorher für den Tourismus in denStädten gearbeitet hat. Die Vorteile liegen auf der Hand, die müsse man nicht erklären, meint Gräbner.

Eine letzte Frage an den Tourismusmanager: Wie sieht es mit der Gastronomie bei den Übernachtungen aus? Rinteln könnte, so sagt Gräbner, noch ein Dreisterne-Hotel speziell für Radtouristen und Wanderer vertragen. Innenstadtnah, funktional ausgestattet, mit mindestens 20 bis 25 Zimmern, um Gruppen unterzubringen. Das würde keinem bestehenden Hotel Gäste wegnehmen, denn in der Saison fehlen oft Betten.

Bei der Gastronomie habe sich gezeigt: Qualität und spezielle Angebote setzen sich durch. Zwei Beispiele von vielen anderen: der Schaumburger Ritter und das Hofcafé in Hohenrode. Dann noch Lob für Doktorseemanager Uwe Deppe. Dieser habe mit der Seesauna und dem Bau der Ferienhäuser im skandinavischen Stil erkannt, was seine Gäste wünschen.

Die Stimmung bei den Touristikern ist also positiv. Zwei Trends spielen im Hintergrund mit: Kurzurlaub ist nach wie vor beliebt und die Deutschen bleiben gern im Land.  wm

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