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Volksbank auf Fusionskurs

Schaumburger Geldinstitut will mit Volksbank Mindener Land verschmelzen Volksbank auf Fusionskurs

Die Volksbank in Schaumburg geht erneut auf Fusionskurs – und blickt dabei zum ersten Mal über die Landesgrenze: Partner soll die benachbarte Volksbank Mindener Land werden.

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Landkreis/Minden. Nach Informationen dieser Zeitung haben die Aufsichtsratsvorsitzenden und Vorstände beider Institute gestern Abend einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, der die Verschmelzung zum 1. Januar 2016 vorsieht. Für heute ist eine Pressekonferenz anberaumt. Die Volksbank in Schaumburg steht gut da, das Kundengeschäft expandiert, die Bilanzsumme stieg im vorigen Jahr immerhin um elf Prozent. Und trotzdem wächst der Druck, auch auf die Volksbanken. Die extremen Niedrigzinsen und immer neue Auflagen aus dem Arsenal der europäischen Bankenregulierung legen es nahe, Synergieeffekte in größeren Einheiten zu suchen.

 Deshalb wagt die Volksbank in Schaumburg den Brückenschlag ins benachbarte Nordrhein-Westfalen. Schon zum kommenden Jahr soll die Fusion mit der Volksbank Mindener Land unter Dach und Fach sein. Vorausgesetzt, die Pläne der Aufsichtsräte und Vorstände werden von den Vertreterversammlungen gebilligt.
 Beide Institute bewegen sich wirtschaftlich fast auf Augenhöhe. Gemessen an der Bilanzsumme ist die Volksbank in Schaumburg mit 1,17 Milliarden Euro nur knapp größer als die Nachbarn aus Minden (1,16 Milliarden), auch im Kundengeschäft und beim Eigenkapital liegen die Schaumburger vorn, während die Mindener mehr Mitglieder, Kunden und auch deutlich mehr Mitarbeiter zu bieten haben (siehe Grafik).

 Die Volksbank Mindener Land ist die mit Abstand größere der beiden Mindener Volksbanken, ihr Geschäftsgebiet umfasst Minden, Porta Westfalica, Hille und Petershagen, während sich die kleinere Volksbank Minden (Bilanzvolumen von 220 Millionen Euro) mit ihren Geschäftsstellen auf Minden, Veltheim und Eisbergen beschränkt.

 Die fusionierte Bank wäre etwa doppelt so groß wie die Volksbank in Schaumburg heute. Es entstünde eine grenzübergreifende Genossenschaftsbank mit mehr als 2,3 Milliarden Euro Bilanzsumme, 110.000 Kunden und 46 Filialen. Und einem gemeinsamen Vorstand, in dem die beiden Schaumburger Vorstände Joachim Schorling und Reinhard Schreeck nach Informationen dieser Zeitung vertreten sein sollen.

 Zu einer ähnlich großen Einheit wollte die Volksbank in Schaumburg bereits Ende 2011 heranwachsen. Damals war die Volksbank Hameln-Stadthagen der bevorzugte Partner. Doch die Verhandlungen scheiterten quasi auf der Zielgeraden, im Januar 2012 sagte Heinz-Walter Wiedbrauck, Vorstand aus Hameln, die Fusion kurzerhand ab. Seitdem herrschte lange Zeit Funkstille zwischen den Vorständen. Erst mit dem Ausscheiden Wiedbraucks in diesem Frühjahr sendete die Volksbank Hameln-Stadthagen wieder zarte Signale der Annäherung. Doch zu diesem Zeitpunkt waren die Sondierungen zwischen den Schaumburgern und Mindenern offenbar schon weit vorangeschritten.

 Aber auch ohne diese spezielle Vorgeschichte: Eine Fusion mit Minden hätte aus Schaumburger Sicht immer auch eine politische Note. Zwar fügen sich die Geschäftsgebiete der Volksbanken in Schaumburg und Hameln-Stadthagen wie Puzzleteile zusammen, doch politisch stießen die Hochzeitspläne mit Hameln in Schaumburg vor vier Jahren nicht nur auf Zustimmung. Sensibel wacht die Kreispolitik darüber, nicht zu viele Gemeinsamkeiten mit Hameln entstehen zu lassen. Der Brückenschlag nach Minden wirkt dagegen wie eine späte Bestätigung der „Zwei-Achsen-Theorie“ des ehemaligen Landrates Heinz-Gerhard Schöttelndreier, nach der sich Schaumburg wirtschaftlich nicht nur auf das Weserbergland, sondern auch in Ost-West-Richtung nach Hannover und Ostwestfalen orientiert.

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