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Aus dem Landkreis Voll gespickt
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Voll gespickt
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00:29 07.11.2014
Entgegen der anfänglichen Berichterstattung mehrerer Medien müssen Kuchen und andere Lebensmittel bei Schulfesten und Co. nicht mit einer detaillierten Zutatenliste versehen werden. Anders sieht es da in der Gastronomie aus, was der Dehoga kritisiert. Quelle: vin
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Diese besagt, dass ab dem 13. Dezember 14 unterschiedliche Lebensmittelgruppen, die Allergien auslösen können, in allen Gerichten eines Restaurants gekennzeichnet werden müssen. Kindergärten, Schulen und Vereine können jedoch aufatmen: Sie sind von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen.

 Dies stellt das niedersächsische Landwirtschaftsministerium (ML) in einer Pressemitteilung klar. „Die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) bezieht sich dabei auf das gewerbliche Inverkehrbringen von Lebensmitteln, zum Beispiel durch den Einzelhandel oder handwerkliche Betriebe“, heißt es. Für Lebensmittel, die bei nichtgewerblichen, gelegentlichen Veranstaltungen wie Straßen-, Schul- und Kirchenfesten angeboten werden, müssen die neuen Regelungen zur Kennzeichnung also nicht angewendet werden. Dies wurde nach Angaben des Ministeriums auch durch die EU-Kommission noch einmal klargestellt.

 Pittack ist es ein Anliegen, diese Regelung auch der Schaumburger Gastronomie zu ersparen. Die Gruppe von Menschen, die unter Lebensmittelallergien leiden, wachse zwar, sei aber noch verhältnismäßig klein. Das Leben der Gastronomen erschweren außerdem die steigenden Ansprüche mancher Gäste, sagt der Geschäftsführer des Bad Nenndorfer Hotels Esplanade. Teilweise reichen ihm die Kunden sehr detailreiche Listen ein, was sie vertragen und was nicht. „Wenn mir da jemand erklären möchte, dass er keinen Sekt trinken darf, aber Champagner und Hugo verträgt, fasse ich mir an den Kopf.“

 Vor allem für Pittacks ausländische Mitbewerber könnte die neue Lebensmittelinformationsverordnung der EU das Aus bedeuten. „Manche von ihnen wissen nicht mal, was das Wort Allergen bedeutet“, sagt der Geschäftsführer.

 Den Auswüchsen bei Lebensmittelallergenen steht die Gastronomie hilflos gegenüber. „Das ist einfach ein unnötiger und bürokratischer Mehraufwand, bisher sind wir doch auch gut zurecht gekommen“, klagt Pittak. Es sei demnach nie ein Problem für seine Köche gewesen, bei einer Bestellung auf die Anmerkungen eines Gastes einzugehen. „Werden uns diese Sachen explizit mitgeteilt, achten wir natürlich darauf“.

 Nun hofft Pittack auf weitere kritische Stimmen aus der Gastronomie: „Am 11. November findet eine Generalversammlung der Dehoga Schaumburg in Bückeburg statt, dort werden wir gemeinsam über dieses Thema diskutieren.“ mak

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