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Vollbremsung bei GVH-Tarif

Landkreis / GVH-Tarif Vollbremsung bei GVH-Tarif

Die Ausweitung des günstigen GVH-Tarifs auf Einzelfahrscheine sorgt schon seit mehreren Jahren für reichlich Gesprächsstoff im Kreistag und steht bei der Verwaltung ganz oben auf der Agenda. Hatte das Thema jüngst Fahrt aufgenommen, tritt die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) kurz vor Ziel auf die Bremse.

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Landkreis. Deren Sprecher Rainer Peters erklärte, dass „es nichts bringt, nun auch die Einzeltickets zu verbilligen“. Bei Schaumburgs Erstem Kreisrat Klaus Heimann stößt diese Äußerung auf Unverständnis.

 „Diese Aussage überrascht mich schon, denn die Ausweitung des Tarifs des Großraum-Verkehrs Hannover (GVH) auf die Einzelfahrscheine würde die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs im Großraum erheblich steigern.“ Heimann ist sich sicher, dass „wir durch die Einführung der Verbilligung mehr Menschen in die Züge bekommen“.

 LNVG-Sprecher Peters hatte zuvor argumentiert, dass die Nachbarkreise der Region Hannover mit dem vor etwa einem Jahr eingeführten Niedersachsentarif gut bedient seien. Die Ausweitung des GVH-Tarifs würde seiner Einschätzung nach die S-Bahnen nicht weiter füllen, das Potenzial, Fahrgäste zu gewinnen, sei vielmehr gering. „Die Tarife sind nicht vergleichbar“, hält Heimann dieser Argumentation entgegen. Der Niedersachsentarif richte sich an eine „völlig andere“ Zielgruppe. „Tagestouristen, die nach Stadthagen oder Bückeburg wollen, können so günstig ins Umland reisen“, führt der Landkreis-Sprecher aus. Der Niedersachsentarif richte sich hingegen an solche, die etwa einen Kurztrip an den Harz oder die Nordsee unternehmen wollen.

 Heimann verweist zudem auf das Beispiel Hamburg. Dort fahren die S-Bahnen bereits ohne „Tarifbruch“ weit ins Umland. „Seit der Expo haben wir die Voraussetzung, dass auch bei uns so etwas möglich ist. Jetzt gilt es, diese Möglichkeiten auch zu nutzen“, fordert der Erste Kreisrat.

 Die LNVG hatte auch die Kosten für die Ausweitung des GVH-Tarifs in den Blick genommen. Die teilnehmen Landkreise müssten die Verbilligung der Einzelfahrscheine über Zuschüsse an den Großraum-Verkehr Hannover gegenfinanzieren. Behördensprecher Peters zufolge werde dies eine große Belastung für die Landkreise sein. Heimann hält dem entgegen, dass der gesamte Großraum vielfältig profitieren werde. „Angefangen vom Tagestourismus über den Wirtschaftsfaktor Infrastruktur bis hin zur Steigerung der Attraktivität der Region gibt es viele Argumente für diesen Schritt“, so Heimann.

 Derzeit stehen die Landkreise mit der Landesregierung in Kontakt, ob diese eine Ausweitung des GVH-Tarifs finanziell unterstützen werde. „Wir werden diese Gespräche fortsetzen“, verspricht Heimann. Auch wenn sich der Landkreis Hildesheim aus dem Projekt unter Verweis auf die entstehenden Kosten mittlerweile zurückgezogen hat, wolle man an dem Vorhaben festhalten, hebt der Erste Kreisrat hervor.

 Der GVH gibt sich hinsichtlich der Ausweitung der Vergünstigungen zuversichtlich. Sprecher Ulf Mattern räumte zwar ein, dass es zu Verzögerungen kommen könne, an dem Ziel, mit der Umsetzung im kommenden Jahr zu beginnen, werde jedoch festgehalten. bes

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