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„Von der Höhe her eine Überraschung“

SN-Interview „Von der Höhe her eine Überraschung“

Mit großer Mehrheit ist die Münchehägerin Marja-Liisa Völlers (31) zur SPD-Kandidatin im Bundestagswahlkreis Nienburg-Schaumburg nominiert worden. Auf der Wahlkreisversammlung schlug sie den Bad Nenndorfer Ralph Tegtmeier in der Delegiertengunst deutlich und spricht im SN-Interview über den Wahlkampf.

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Will Ende 2017 in den Bundestag einziehen: Marja-Liisa Völlers.

Quelle: ssr

Waren Sie von Ihrer Nominierung überrascht? Immerhin waren die Schaumburger Delegierten deutlich in der Überzahl.

Wenn man die reinen Delegiertenzahlen nimmt, war das sicherlich eine Überraschung. Andererseits hatten Ralph Tegtmeier und ich ja die Gelegenheit, uns in allen SPD-Ortsvereinen in Schaumburg vorzustellen. Und da habe ich schon so einige positive Rückmeldungen bekommen. Ich habe also darauf gehofft, nominiert zu werden. Dass ich dann mit 62 Prozent der Stimmen gewählt wurde, das ist von der Höhe her sicher eine Überraschung.

Was hat Ihrer Einschätzung nach den Ausschlag für Ihre Nominierung gegeben?

Das ist schwer zu sagen. Jeder Delegierte geht als eigenständiger Mensch in die Wahlversammlung und entscheidet nach eigenem Gewissen. Über die Faktoren zu spekulieren, wieso ich gewählt worden bin, wäre etwas vermessen.

Empfinden Sie es als Nachteil, dass Sie im Wahlkampf als Neuling gegen einen etablierten Mitbewerber, den CDU-Bundestagsabgeordneten Maik Beermann antreten müssen?

Ob man nach vier Jahren im Bundestag schon etabliert ist, mögen andere beurteilen. Ich glaube aber, dass ich durch meine vielen Ämter auf kommunaler Ebene schon über viel parteipolitische Erfahrung verfüge. Da muss ich mich nicht verstecken.

Aber bringt das nicht einen Vorteil, wenn man schon über einen gewissen Bekanntheitsgrad verfügt?

Man hat dann sicherlich minimal einen Vorteil. Ich werde aber bemüht sein, das auszugleichen.

Wie wollen Sie denn als Münchehägerin Ihren noch geringen Bekanntheitsgrad in Schaumburg erhöhen?

Wenn ich mit meinem Hintergrund in Pollhagen wohnen würde, wäre mein Bekanntheitsgrad derzeit in Schaumburg wohl nur geringfügig besser. Das kann nur funktionieren, indem man vor Ort viel unterwegs ist. Durch Einladungen von Ortsvereinen, bei Grillaktionen und Fleckenfesten werde ich viel präsent sein. Ich bin überzeugt, dadurch kann man viel wettmachen. Außerdem bin ich ja in Schaumburg durchaus verwurzelt. Ich bin hier zur Schule gegangen und arbeite hier.

Müssen Sie, um in den Bundestag zu kommen, das Direktmandat unbedingt gewinnen oder hoffen sie auch auf eine Absicherung durch einen guten Platz auf der SPD-Landesliste?

Mein Ziel ist natürlich das Direktmandat. Bis auf zwei Male ist dieser Wahlkreis immer von einem SPD-Kandidaten gewonnen worden. Das möchte ich sehr gerne fortsetzen. Eine Listenabsicherung kann nur Plan B sein.

Glauben Sie denn, einen guten Listenplatz zu bekommen?

Die Listen werden nächstes Jahr zusammengestellt. Da kann ich momentan noch keine Einschätzung abgeben.

Müssen Sie befürchten, dass der Schatten der Edathy-Affäre über Ihrem Wahlkampf liegen wird?

Herr Edathy wird innerhalb der SPD keinerlei Ämter mehr übernehmen können. Ich persönlich bin sehr enttäuscht gewesen über seinen Umgang mit der gesamten Affäre. Das geht auch vielen weiteren Genossen hier im Wahlkreis so. Ich bin aber überzeugt, dass den Wählern schon bewusst ist, dass dies eine persönliche Verfehlung von Herrn Edathy war, die man nicht auf die Partei oder auf die neue Kandidatin übertragen wird.

Auf welche Themen wollen Sie sich im Wahlkampf besonders konzentrieren?

Zwei Bereiche sind mir wichtig. Der eine ist das Thema der sozialen Gerechtigkeit, der andere das Thema des gesellschaftlichen Zusammenhaltes. Beide Bereiche sind vielfältig miteinander verwoben. Wir müssen sehen, dass wir diejenigen in unserer Gesellschaft, denen es nicht so gut geht oder die das Gefühl haben, dass es ihnen nicht gut geht, befähigen, dass es ihnen wieder besser geht. Wichtig ist, dass sie von dem was sie verdienen, auch gut leben können. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist mir dabei wichtig. Das gesellschaftliche Zusammengehörigkeitsgefühl müssen wir etwa durch die Stützung des Ehrenamtes stärken.

Was reizt Sie am Bundestagsmandat besonders?

Inhaltlich dass ich mich für das Thema der sozialen Gerechtigkeit einsetzen kann. Außerdem reizt es mich, die Interessen der Menschen im Wahlkreis in Berlin zu vertreten.

Interview: Stefan Rothe

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