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Von der Leselust bis zum Schnulleralarm

Landkreis / Bürgerstiftung Von der Leselust bis zum Schnulleralarm

Die im November 2004 aus der Taufe gehobene Bürgerstiftung Schaumburg hat auf ein weiteres erfolgreiches Jahr Rückschau gehalten. „Wir haben auch 2010 wieder einen tüchtigen Schritt nach vorne getan“, fasste Christian Meyer, der Vorsitzende des Stiftungsrates, die Entwicklung während des im Bückeburger Rathaus tagenden Stifterforums zusammen.

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Rudolf Krewer (stellvertretender Vorstandsvorsitzender, von links), Hermann Stoevesandt, Christian Meyer und Schatzmeister Gebhard Hitzemann vertreten die Schaumburger Bürgerstiftung. © bus

Bückeburg (bus). „Vorstand und Stiftungsrat sind erfreut darüber, dass die Bürgerstiftung im sechsten Jahr ihres Bestehens eine so große Akzeptanz in der hiesigen Bevölkerung findet“, unterstrich Meyer.

Der Ratschef stellte in seiner Rede das Wirken des früheren Landrates Heinz-Gerhard Schöttelndreier heraus, der gemeinsam mit anderen Initiatoren von Anfang an engagiert dafür eingetreten sei, im Landkreis nur eine einzige Bürgerstiftung zu gründen.

„Dieses Modell hat sich in den vergangenen Jahren bewährt und wird auch weiterhin eine solide Grundlage für eine erfolgreiche Entwicklung der Schaumburger Stiftung bilden“, erklärte Meyer. Schöttelndreiers Amtsnachfolger Jörg Farr betonte in einem Grußwort, dass die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit eine Fortsetzung finden werde.

Die Bürgerstiftung Schaumburg zählt mit einem Stiftungskapital von rund 1,5 Millionen Euro zu den 29 Stiftungsmillionären im Kreis der momentan bundesweit 235 Bürgerstiftungen. Diese Summe wird durch eine weitere Zustiftung, die hauptsächlich in der Förderung von Hospizeinrichtungen und der Altenbetreuung aktive Harste-Lange-Stiftung, in absehbarer Zeit ein erhebliches Wachstum erfahren.

Das Kapital ermöglicht der Stiftung gegenwärtig, jährliche Ausschüttungen für gemeinnützige Zwecke von etwa 70.000 Euro vorzunehmen. 2010 kamen insgesamt 45 Antragsteller in den Genuss finanzieller Unterstützung. Der größte Teil des Geldes, knapp 40.000 Euro, wurde Vereinen zur Verfügung gestellt.

Die Bandbreite der geförderten Projekte reichte von der Mittagsverpflegung für bedürftige Kinder (Grundschule Rinteln-Süd) und einem Niedrigseilgarten (Berufsbildende Schulen Stadthagen) über die Aktion „Verwurzelt in Schaumburg“ (Kindergarten Obernkirchen) und die Veranstaltung von Präventionstagen (Stadtschule Rodenberg) bis hin zum Neigungskurs-Bläser (Musikschule Schaumburger Märchensänger, Bückeburg) und zum „Schnulleralarm“ (Frauenzentrum Basta, Stadthagen).

Als größtes eigenes Projekt bezeichnete Vorstandsvorsitzender Hermann Stoevesandt die Aktion „Leselust Schaumburg“. Dieses von Jeanine Marquard begleitete Projekt und die Aktivität „Kognitive Meisterlehre“ (Betreuung: Eva von Löbbecke-Lauenroth) wurden während des Forums detailliert vorgestellt.

Die „Leselust“ verfolgt vor allen Dingen das Ziel, die Lesekompetenz von Grundschülern und damit deren kommunikativen Fähigkeiten zu fördern sowie ihr Selbstbewusstsein und ihre Motivation zu Eigenständigkeit und Kreativität zu stärken. Zudem soll durch die gezielte Förderung schwächerer Schüler, die bei den vorhandenen Klassengrößen mitunter zu kurz kommen, eine Entlastung der Lehrer erreicht werden.

Bei der „Meisterlehre“ geht es insbesondere um die Etablierung naturwissenschaftlicher Bildung in der pädagogischen Arbeit von Kindergärten. „Lebensweltorientierte Fragestellungen aus dem unmittelbaren Erfahrungshorizont der Kinder sind der Ausgangspunkt für ihr Lernen, Forschen und Experimentieren“, verdeutlichte Löbbecke-Lauenroth.

Zweitgrößtes Eigenprojekt im Berichtszeitraum war Stoevesandts Darstellung zufolge die Ausrichtung des fünften festlichen Bürgermahls. An der Wohltätigkeitsveranstaltung nahmen rund 100 Gäste teil; Festrednerin Katrin Göring-Eckhardt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, sprach zum Thema „Verantwortung und Engagement – wie wollen wir zusammenleben?“

Zu ihrem sechsten Bürgermahl erwartet die Stiftung am Montag, 6. Juni, Joachim Gauck im Bückeburger Rathaussaal. Der erste Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR wird eine Rede über „Freiheit als Verantwortung“ halten.

Eingedenk der Tatsache, dass das Bürgermahl auch einen positiven Eindruck auf der finanziellen Habenseite der Stiftung hinterlässt, rührte Stiftungsrat Meyer ein wenig die Werbetrommel: „Eine Teilnahme lohnt sich also in mehrfacher Hinsicht.“

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