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Von niedriger Decke bis zu Schimmelbefall

Wohnangebote für Flüchtlinge Von niedriger Decke bis zu Schimmelbefall

Die Kreisverwaltung sucht dringend Wohnraum für Flüchtlinge. Doch längst nicht alles, was von Vermietern angeboten wird, ist akzeptabel und muss daher abgelehnt werden.

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In diesem Haus am Klosterfeld sollen Wohnungen für Flüchtlinge entstehen. Dafür saniert die Stadt Stadthagen das Gebäude im Auftrag des Landkreises. Viele von Immobilienbesitzern angebotene Wohnungen sind dagegen in einem unbewohnbaren Zustand.

Quelle: Archivfoto

Landkreis. Der Eindruck dränge sich auf, ist in der Kreisverwaltung zu hören, dass so mancher Vermieter glaubt, er könne Wohnungen, die auf dem normalen Wohnungsmarkt kaum zu vermieten sind, für Flüchtlinge anbieten und dadurch doch noch Geld einnehmen. „Des Öfteren“, berichtete auf Anfrage Kreissozialamtsleiter Klaus Böhm, würden Wohnungen mit krassen Mängeln angeboten: So komme es beispielsweise vor, dass Unterkünfte mit viel zu niedrigen Deckenhöhen angedient werden. „Da kann man gar nicht aufrecht drin stehen“, schilderte Böhm. Auch schlimmen Schimmelbefall hätten die Mitarbeiter wiederholt zu sehen bekommen. Angepriesen worden seien auch schon Wohnungen „mit viel zu wenig Lichteinfall“ oder zu engen und steilen Treppen.

„Gesehen haben wir auch schon unsachgemäß ausgeführte Installationen, zum Beispiel offen auf der Wand laufende Stromleitungen“, wie Böhm sagte: „Gelegentlich stoßen wir also regelrecht auf baurechtliche Mängel.“ Obwohl die Kreisverwaltung bei der Qualität durchaus gewisse Zugeständnisse mache, würden Angebote mit den geschilderten oder ähnlichen Missständen abgelehnt, sagte Erster Kreisrat Klaus Heimann.

Abgesehen von irgendwelchen Mängeln sei auch die unpassende Größe des Wohnraums vielfach der Grund, warum dieser zur Unterbringung von Flüchtlingen nicht geeignet sei, fuhr Heimann fort. Das gelte beispielsweise für große Einfamilienhäuser, die sich nicht in abgeschlossene Wohnungen unterteilen lassen. „Denn so große Flüchtlingsfamilien, dass wir 130 oder 150 Quadratmeter dafür brauchen, haben wir nicht“, merkte Böhm an. Dasselbe gelte auch für ehemalige Pensionen, in denen keine abgeschlossenen Wohnungen vorhanden seien.

Kompliziert sei es zudem bei großen Immobilien, so Heimann, in denen mehr als zehn Flüchtlinge in Form einer Heimunterbringung einquartiert werden könnten. Dann gelten erhöhte Anforderungen an den Brandschutz.

Wenn diese nicht erfüllt sind, seien kostenträchtige Maßnahmen erforderlich. Zu dieser Investition seien die Immobilienbesitzer aber oft nicht bereit. Weil die Kriterien Brandschutz und Sicherheit ganz oben anstehen, müsse von derartigen Gebäuden dann Abstand genommen werden.

Heimann ergänzte, gerade bei Besitzern großer Immobilien stoße er oft auf eine Mentalität mit dem Tenor: „Ihr seid doch wegen der Flüchtlinge so unter Druck, ihr müsst meinen Wohnraum doch sowieso auf jeden Fall mieten.“ ssr

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