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Vorsicht, giftige Doppelgänger

Landkreis Vorsicht, giftige Doppelgänger

Schmackhaft oder tödlich? Beim Pilzesammeln kommt es darauf an. Etwa 10.000 Großpilzarten gibt es in hiesigen Gefilden. Die meisten davon sind ungenießbar, etwa zehn sind sogar tödlich, wie die promovierte Biologin Rita Lüder erklärt.

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a) Pfifferlinge ergeben ein schmackhaftes Pilzgericht. b) Erwischen Sammler jedoch die „Falschen Pfifferlinge“ (Gabelblättling), können Magen-Darm-Beschwerden die Folge sein. c) Die leckeren Stockschwämmchen sind Holzbewohner. Häufig findet man sie auf Baumstämmen. d) Gift-Häublinge sehen Stockschwämmchen zum Verwechseln ähnlich. e) Der Steinpilz  ist hervorragend für die Pfanne geeignet. f) Sein Doppelgänger (Gallenröhrling) kann Pilzliebhabern den Appetit schnell verderben.

Quelle: pr.

Hobbysammler müssen die rund 150 essbaren Sorten von den übrigen Arten unterscheiden können. Und das ist gar nicht so einfach. Viele der essbaren Pilze haben einen ungenießbaren oder sogar tödlich giftigen Doppelgänger. Da ist Vorsicht geboten.

„Oft wird der Pilz nur mit dem Bild verglichen, ohne die Merkmale zu beachten“, weiß Lüder, die unter anderem bei der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) Pilz-Coaches ausbildet. Jede Art habe andere Unterscheidungsmerkmale.
Bei Lamellenpilzen wie dem Champignon gibt das Sporenpulver einen Hinweis auf die Art. Während die Lamellen seines Doppelgängers, dem tödlich-giftigen Grünen Knollenblätterpilz, immer weiß bleiben, werden sie beim Champignon aufgrund des Sporenpulvers braun. Harmloser ist eine Verwechslung des Steinpilzes mit dem Gallenröhrling, der aufgrund seines scheußlichen Geschmacks auch als „Pfannenschreck“ bezeichnet wird. Im Gegensatz zum schmackhaften Steinpilz erkennt man den ungenießbaren Gallenröhrling an dem dunklen Stielnetz und dem rotbraunen Schwamm älterer Exemplare.
Generell sei es wichtig, alle Pilze ausreichend zu garen. Zucht-Champignons, die roh gegessen werden können, bilden Lüder zufolge eine Ausnahme. Um Giftstoffe zu neutralisieren, müssten Waldpilze grundsätzlich erhitzt werden.
Beim Sammeln müssen Pilzliebhaber ebenfalls Vorsicht walten lassen. Um die Wurzel nicht zu schädigen, sollten die Pilze abgeschnitten oder behutsam herausgedreht werden, erläutert die Biologin. Schließlich gelte es auch für Pilzsammler, respektvoll mit der Natur umzugehen.
„Der größte Fehler ist, einfach alles zu sammeln, was nach Pilz aussieht, und dann im Nachhinein auszusortieren“, betont Kreisforstamtsleiter Lothar Seidel. Das bedeute zum Beispiel, es bei einem sogenannten „Handstrauß“ zu belassen, statt übermäßig viele Pilze auf einmal zu pflücken und sie im Nachhinein womöglich gar nicht alle zu essen.
Schutzgebiete sind selbstverständlich tabu. Zudem warnt Seidel davor, in der Dämmerung oder unauffällig gekleidet durch den Wald zu schleichen. Grelle auffällige Kleidung sei bei Waldspaziergängen Pflicht, um nicht von Jägern übersehen zu werden. Zudem werden die Tiere auch eher auf Menschen aufmerksam, wenn man sich bemerkbar macht.
Sammler müssen sich nach Angaben von Lüder aber gar nicht ins Dickicht schlagen. Pilze wachsen auch am Wegesrand. Und wenn man sich bei Experten oder geführten Führungen kundig macht, spricht nichts dagegen, sich selbst ein leckeres Gericht zu pflücken.

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