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Aus dem Landkreis „Vorsichtiger Optimismus“ in Sachen Altlast
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis „Vorsichtiger Optimismus“ in Sachen Altlast
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19:45 01.10.2013
Die Messungen sollen sich künftig stärker auf den Deponiekörper konzentrieren. Quelle: jpw
Münchehagen

Mit den Worten „Wir haben nichts verändert“, empfing der Abteilungsleiter Erhard Edom aus dem niedersächsischen Umweltministerium den Besuch aus Hannover. Dass eine Messstation auf nordrhein-westfälischer Seite abgeschaltet worden sei, wertete er eher als ein „Zeichen des Vertrauens“.

 Was die Langzeitperspektive der früheren Sondermülldeponie angeht, zeigte sich Edom vorsichtig optimistisch: „Wir haben Glück im Unglück gehabt, dass der Standort eigentlich für eine Sondermülldeponie sehr gut geeignet ist.“ Sein Mitarbeiter Uwe Kallert bestätigte dies. Fatal sei „die Art und Weise“ gewesen, in der dort eingelagert worden sei.

 Rund 400000 Euro kostet das Projekt Münchehagen jährlich, insgesamt schätzt Kallert die Gesamtinvestitionen für die öffentliche Hand auf einen „dreistelligen Millionenbetrag“. Allein die seitliche Umschließung habe rund 30 Millionen Euro gekostet.

 Henning Schröder, Abteilungsleiter der Niedersächischen Gesellschaft zur Endlagerung von Sonderabfall (NGS), die die gesicherte Altlast betreut, skizzierte die wichtigsten Ergebnisse des kontinuierlichen Messungs- und Beprobungsprogrammes. Demnach gibt es nach der Abdichtung von oben und von der Seite keine Hinweise auf Schadstoffausträge aus der Deponie mehr.

 Versucht werde derzeit, einen Systemzustand ohne äußere Eingriffe herzustellen. So ist die Gasabsaugung eingestellt und auf ein passives, auf Luftdruck reagierendes System mit Aktivkohlefilter umgestellt. „Verschwindend gering“ seien die Mengen an austretendem Wasser. Das „Monitoring“, also die Messungen, solle sich künftig noch stärker auf den Deponiekörper selbst konzentrieren. Das Wissen über den Deponiestandort wollen NGS-Mitarbeiter langfristig für kommende Generationen sichern.

 Überlegt werde, den Vertragspartnern den Rückbau der großen Deponiewasser-Speicherbehälter vorzuschlagen. Diese seien. so berichtete Kallert, auf Wunsch der Politik gebaut worden und nie im Einsatz gewesen. jpw