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Vorsitzender habe „keinen Arsch in der Hose“

Landkreis / Krise im DRK-Vorstand Vorsitzender habe „keinen Arsch in der Hose“

Nach der Jahresversammlung haben die Ehrenamtlichen keine Vertreter mehr im Kreisverbandsvorstand des Deutschen Roten Kreuzes. Kreisgeschäftsführer Kirk Van Johnson ist jetzt direkter Ansprechpartner für alle ehrenamtlichen Bereitschaften und Ortsvereine, die Mittel oder Unterstützung beantragen wollen. Der interne Zwist, der zu diesem Zustand führte, legt Johnson zufolge ein generelles Organisationsproblem des DRK offen.

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Die Katstrophenschützer des DRK - hier bei einer Übung - arbeiten ehrenamtlich.

Quelle: Archiv

Landkreis (jcp).  Die Krux, wie sie sich für Johnson darstellt und die seiner Meinung nach eine teilweise Satzungsänderung nötig macht: Die hauptamtliche Verwaltung hat keinerlei Weisungsbefugnis und entsprechend kein Disziplinarrecht über die Ehrenamtlichen. Im vorliegenden Fall hätten die zwei ehrenamtlichen Bereitschaftsleiter, Thomas Bremer und Mathias Langner, die auch als Vertreter der Kreisbereitschaft im DRK-Vorstand saßen, sich über Jahre „aufgeführt, als hätten sie beim Geld irgendwas mit zu entscheiden“.

 Da seien dem Kreisverband Rechnungen für eine nicht genehmigte Weihnachtsfeier ins Haus geflattert, im DRK-Domizil in Obernkirchen sei ungefragt ein Loch für eine Tür in eine Wand gehauen worden, was zu Ärger mit dem zuständigen Architekten geführt habe. Höhepunkt des dauerhaft schwelenden Konfliktes war dann das Wegfahren der ausgestellten Fahrzeuge am Tag der offenen Tür im August vergangenen Jahres. Gäste wie Landrat Jörg Farr und der Europa-Abgeordnete Burkhard Balz konnten buchstäblich in die Luft gucken. „Als ob ihnen die Fahrzeuge gehören, so haben die sich aufgeführt“, ärgert sich Johnson – denn das tun sie nicht, sie werden vom hauptamtlichen DRK zur Verfügung gestellt.

 Kordula Weihe-Omran als Vertreterin der Kreisbereitschaftsleitung rechtfertigte das Verhalten bei der Jahresversammlung damit, dass man sich vom Vorstand nicht ernst genommen fühle, beim Umzug von Stadthagen nach Obernkirchen im Jahr 2010 sei die Kreisbereitschaft zudem „nicht ausreichend mit einbezogen worden“.

 Für Johnson und den Kreisverbandvorsitzenden Wolfgang Foerstner jedenfalls war nach der Aktion am Tag der offenen Tür das Maß voll. Sie versuchten, Bremer und Langner wegen „den Ruf des DRK schädigenden Verhaltens“ aus der Kreisbereitschaft auszuschließen. Worauf die sich an ein DRK-Schiedsgericht beim Landesverband Hannover wandten – und gewannen, indem sie sich einsichtig zeigten. Dieser Verbleib wiederum führte dazu, dass der Vorsitzende Foerstner seine Wiederwahl an die Bedingung knüpfte, dass Bremer und Langner nicht wieder in den Vorstand gewählt würden. Johnson zufolge wurde Foerstner im Nachgang des Tages der offenen Tür von einem der beiden Kreisbereitschaftsleiter scharf beleidigt: Er, Foerstner, habe „keinen Arsch in der Hose“.

 „Ich denke, dass Beste für alle ist, wenn die beiden sich jetzt nicht an ihren Posten festbeißen und wir zusammen mit den Ehrenamtlichen neue Bereitschaftsvertreter für den Vorstand finden“, sagt Johnson. Grundsätzlich funktioniere die Zusammenarbeit nämlich sehr gut.

Organisation des DRK in Schaumburg

Das DRK gliedert sich in rund 170 hauptamtliche und etwa 2500 ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Hauptamtlichen arbeiten zum Beispiel in der Verwaltung des Kreisverbandes oder dem psychiatrischen Pflegeheim in Steinbergen. Ehrenamtliche sind außer den Funktionsträgern der Ortsvereine auch die 130 Mitglieder des landesweit bedeutsamen Katastrophenschutzes, der Kreisbereitschaft.

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