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Warnstreiks in Rinteln und Obernkirchen

Zeichen der Solidarität Warnstreiks in Rinteln und Obernkirchen

Lautstark haben zahlreiche Gewerkschafter gestern in Rinteln und Obernkirchen ihrer Forderung nach mehr Lohn Ausdruck verliehen. Hintergrund sind die derzeit laufenden Tarifverhandlungen zwischen der IG Metall und den Arbeitgebern.

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LANDKREIS. In Obernkirchen herrschte jedoch auch Angst bei den Streikenden vor dem Abbau von mindestens 120 Arbeitsplätzen beim Pumpenhersteller ITT Bornemann.

Axel Weinert berichtete als Betriebsratschef von den laufenden Gesprächen zwischen Unternehmensspitze und Arbeitnehmer-Vertretern. Nach wie vor sei die Geschäftsleitung hinsichtlich des geplanten Stellenabbaus nicht zu Kompromissen bereit, so Weinert.

 Statt zum Beispiel Instrumente wie Kurzarbeit oder tarifliche Stundenreduzierung zu nutzen, um die Arbeitsplätze zu erhalten, wolle das Unternehmen weiterhin Aufhebungsverträge mit einer entsprechenden Anzahl an Mitarbeitern – „120 plus x“ – schließen, um auf diese Weise betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Dies sei für ITT Bornemann billiger als ein Interessenausgleich mit dem Betriebsrat. Weinert machte deutlich, dass er und seine Kollegen um jeden Arbeitsplatz kämpfen wollen.

Aus Solidarität hatten sich auch zahlreiche Mitarbeiter anderer Unternehmen den protestierenden Bornemännern angeschlossen. Die Veranstaltung sei „sehr gut besucht“ gewesen, resümierte Weinert. Es dürften um die 500 Teilnehmer gewesen sein, darunter Beschäftigte der Unternehmen Hautau (Kirchhorsten), Lühr Filter (Stadthagen) und beispielsweise Fränkische Rohrwerke (Bückeburg).
In Rinteln standen bei dem Warnstreik der IG Metall indessen die Lohnforderungen der Gewerkschaft im Zentrum. Zum ersten Mal in der Gewerkschaftsgeschichte waren auch Stüken-Mitarbeiter auf dem Marktplatz dabei, an ihrer Spitze Betriebsratsvorsitzender Dieter Horn. Die andere Gruppe kam von dem Unternehmen Gustav Knippschild mit ihrem Betriebsratsvorsitzenden Kurt Becker. Die beiden machten am Mikrofon deutlich, was sie und ihre Kollegen vom Angebot der Arbeitgeber halten: „Nichts!“ 2,1 Prozent auf zwei Jahre und eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent sei kein Angebot, sondern eine „Frechheit“.

Horn betonte, die Forderung der Gewerkschaft von fünf Prozent sei „verantwortungsvoll“ und keineswegs überzogen. Becker rechnete mehrere Einkommensbeispiele vor. Danach ergibt die von den Arbeitgebern vorgeschlagene Erhöhung pro Monat je nach Gehaltsstufe einen Einkommenszuwachs von um die 30 Euro brutto.

Der Stüken-Betriebsratschef übte zudem an den Bonuszahlungen für Manager des Automobilbauers Volkswagen heftige Kritik. Diese haben, so Horn, fast das Unternehmen an die Wand gefahren und kassieren für ihre kriminellen Machenschaften „ohne moralische Bedenken“ noch Sonderzahlungen in Millionenhöhe.

Unterstützung bekamen die Streikenden in Rinteln von Gewerkschaftssekretär Mike Wasner und dem Ersten Bevollmächtigten Uwe Mebs. Wasner betonte, dass der lautstarke Protest gegen das Angebot der Arbeitgeberseite „keine Folklore, kein übliches Ritual, sondern diesmal bitter nötig“ sei. Metallunternehmen machten derzeit Milliardengewinne, für Arbeitnehmer gebe es nur „Brotkrumen“, ergänzte Mebs. rnk, wk

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