Landkreis (jcp, ssr, kil). Diese liegt an den weiterführenden Schulen in Stadthagen jeweils unter oder bei genau hundert Prozent. Entsprechend knapp wird hier mitunter kalkuliert.
Eine zusätzliche Kraft im Kollegium würde sich zum Beispiel die Leiterin der Oberschule Am Schlosspark, Rotraud Becker, wünschen. Die Unterrichtsversorgung sei zu einem Prozentsatz zwischen 95 und 100 gewährleistet. Bei nur einer oder zwei Krankmeldungen könnte es bereits eng werden, auch wenn sich ein tatsächlicher Unterrichtsausfall in den meisten Fällen mit Vertretungen verhindern lasse.
„Dieses Schuljahr kommen wir ganz gut hin“, sagt Heiko Knechtel. Der Direktor des Wilhelm-Busch-Gymnasiums hat aber auch schon andere Zeiten erlebt. „Zum Beispiel während der Schweinegrippe, als wir schwangeren Kolleginnen freigeben mussten.“ Probleme könnte es zudem geben, wenn ein Lehrer von Mangelfächern wie Mathe oder Physik längere Zeit ausfällt. Soll kein fachfremder Lehrer einspringen, müsste das WBG sich mit einem Ersatzgesuch an die Landesschulbehörde wenden.
An der IGS Schaumburg werden Lehrer dazu angehalten, für abzusehende Fehlzeiten, zum Beispiel bei einer anstehenden Klassenfahrt, Aufgaben bereitzulegen. So kann auch der Chemielehrer für den Französisch unterrichtenden Kollegen einspringen – zumindest für die Aufsicht während der Stillarbeit. Unter dem Strich verlaufen nach Angaben von IGS-Schulleiterin Astrid Budwach rund vier Prozent des Unterrichts nicht plangemäß, zu tatsächlichem Ausfall komme es aber nur in ein bis zwei Prozent der Fälle.
„Nicht klagen“ kann das Ratsgymnasium nach den Worten der stellvertretenden Schulleiterin Angelika Hasemann, denn die Unterrichtsversorgung sei „gut“. Abgesehen von einzelnen Extremfällen falle in diesem Schuljahr kein Unterricht aus. Im Abwesenheitsfall einzelner Lehrer könne stets vertreten werden, in der Regel sogar durch einen Pädagogen desselben Faches. Hasemann weiter: „Erstmals seit langer Zeit machen wir bei den Stundenplänen keinerlei Abstriche mehr, sondern erteilen in uneingeschränktem Umfang sämtlichen jeweils für einen Gymnasialjahrgang vorgesehenen Unterricht.“
Verlässliche Vertretung
Bei den Stadthäger Grundschulen gibt es keinen richtigen Schulausfall, weil es sich um verlässliche Grundschulen handelt. Das bedeutet, eine Betreuung von 8 bis 13 Uhr muss gewährleistet sein. Für Vertretungskräfte gibt es ein Extra-Budget der Landesschulbehörde, das sich nach der Anzahl der Schüler richtet.
Der Grundschule Am Sonnenbrink stehen zum Beispiel 18 Vertretungsstunden pro Woche zu, die sich auf drei Mitarbeiter, angestellt beim Land Niedersachsen, aufteilen, erklärt Schulleiterin Petra Ammon. Häufig handelt es sich um pädagogische Mitarbeiter oder Lehrkräfte mit dem 1. Examen. Gerade in der kalten Jahreszeit „gibt es kaum einen Tag, an dem nicht ein Vertretungsplan aushängt“, macht Ammon den Bedarf an Vertretungslehrern deutlich.
Ähnlich sieht es an der Grundschule An der Bergkette aus. Leiterin Iris Brembt zufolge stünden die Vertretungskräfte „auf Abruf bereit“. Nachteil: Die Schule selbst müsse sich die Mitarbeiter suchen. Die Verträge seien immer befristet, was eine hohe Fluktuation bedeute.
Vertretungsstunden sinnvoller nutzen
Veerbesserungsbedarf bei der Unterrichtsversorgung sehen Patrick Tielker (16) und Viktoria Walter (17) vom Kreisschülerrat. Sie berichten von ihren persönlichen Erfahrungen im Schulalltag. „Allgemein ist der Unterrichtsausfall in Schaumburg definitiv immer noch zu hoch“, meinen die beiden.
Sicherlich freuten sich Schüler über die eine oder andere ausgefallene Stunde, aber letztlich „leiden wir Schüler unter jeder nicht unterrichteten Stunde“, der Unterrichtsstoff müsse dadurch nur noch schneller gelernt werden.
Beispiel: In einigen Schulen gebe es „Stillarbeitsstunden“, um Aufgaben zu bearbeiten, was aber nur bedingt funktioniere. Stattdessen würden diese Stunden vielfach für zusätzliche Pausen genutzt, während manche Schüler einfach früher nach Hause gingen.
Zwar leisteten die Stundenplaner insgesamt eine gute Arbeit bei der Erstellung eines Vertretungsplanes, wünschenswert wäre es aber, wenn Unterricht sinnvoll vertreten werde, meinen die Schüler. Das bedeute: entweder bei einer fachkundigen Lehrkraft, als Übungsstunde oder für die Vermittlung von Allgemeinwissen. Leider sei es noch häufig üblich, dass Vertretungslehrer Filme zeigten oder Geschichten erzählten.
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