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Wegwerfen gilt nicht!

Über die Ansammlung von Kastanien und Gartenzwergen Wegwerfen gilt nicht!

Rotgoldene Blätter an den Bäumen, Kastanien und Eicheln prasseln auf Häuserdächer und hier und da steigen Drachen in den Himmel hinauf. Der Herbst ist einfach schön. Wenn er nicht so anstrengend wäre.

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Was haben Gartenzwerge und Kastanien gemeinsam? Sie sammeln sich an. pr

Landkreis (mak). Schon die Pilze appellieren an meine Sammel-Leidenschaft.Beim Hundespaziergang sehe ich viele. Locker eine Mahlzeit pro Tag. Aber jeden Tag Pilze sammeln und putzen? Zu zeitintensiv. Dennoch hallt es durch meinen Kopf: letzte Gelegenheit, einmalige Chance. Ich muss mich täglich zusammenreißen, um nicht wieder schwach zu werden. Unruhig tastet dann immer meine Hand nach dem kleinen Pilz-Messer.
Wie einfach war es dagegen, neulich eine Feder aufzuheben und auf meinen Schreibtisch zu legen. Sie ist klein, aber leuchtet so schön blau. Ziemlich sicher hat sie ein Eichelhäher verloren. Ich konnte sie einfach nicht liegen lassen.
Wegen dieser Schwäche, schöne Dinge in der Natur aufzuklauben, sammeln sich in meinem Haus verschiedenste Dinge an. Im Sommer sind es die Steine vom Strand, im Herbst trage ich sogar Blätter in mein Büro. Kastanien! Frisch und glänzend am Straßenrand. Kann ich einfach nicht liegen lassen.
Ich versuche es. Weil mein Verstand nach über vierzig Jahren bereits herausgefunden hat, dass sie irgendwann schrumpelig und trocken aussehen. Mein Säckchen zum Jäger tragen, das wäre noch eine Option. Aber in meinem Alter? Neulich habe ich eine echte Alternative entdeckt. Eine große Firma bietet im Oktober Süßwaren aus der eigenen Produktion im Tausch gegen Kastanien. Was für ein Angebot! Aber extra nach Nordrhein-Westfalen fahren? Vermutlich ist die Aktion auch nicht für Erwachsene gedacht.
In meinem Garten sammeln sich ebenfalls Sachen an. Solche, die ich selbst zwar nie gesammelt, aber geschenkt bekommen habe. Man nennt es Gartendekoration. Im Laufe der Jahre haben sich diverse Figuren angehäuft. Sie lasten schwer auf meinem ästhetischen Empfinden. Unter ihnen befinden sich eine Katze und ein Schaf aus Holz, ebenso mehrere Pilze und ein wirklich großer Gartenzwerg. Entsorgen kann ich meine Gartenbewohner nicht. Wenn sie mich ansehen, bekomme ich irgendwie Mitleid. Es muss ein Überbleibsel aus meiner Kindheit sein. Dieses Gefühl, dass der Teddy im Bett auch zugedeckt werden muss, kann ich einfach nicht abstreifen. Und deshalb wohnen sie immer noch in meinem Garten, die Zwerge und Schafe. Deshalb ist mein Schreibtisch voller Kastanien. Und deshalb habe ich auch schon wieder täglich Pilze gegessen. Was hat meine Oma immer gesagt? Ist doch sonst zu schade.

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