Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Weicht Schule auf Pavillons aus?

Platzmangel an der IGS Weicht Schule auf Pavillons aus?

Wer den Schaden hat, braucht sich um den Spott nicht zu sorgen: So geht es der Hildburgschule und ihrer ins zweite Jahr gehenden IGS sowie der nur zwei Jahrgänge umfassenden Oberschule. Sitzenbleiber müssen an andere Schulen verwiesen werden, weil es in der Hildburgschule keinen Platz mehr gibt.

Voriger Artikel
Kein Platz für Sitzenbleiber
Nächster Artikel
Fleischern geht der Nachwuchs aus

Die Pavillons neben Rathaus und Hildburgschule stehen leer. Sie könnten der Schule als Freizeitbereich für Schüler dienen.

Quelle: dil

Landkreis. „Riesenkuddelmuddel, und wie soll das alles in den nächsten Jahren weitergehen?“, fragt eine Frau auf unserer Facebookseite. „Ein Hoch auf die IGS (Ironie), wir hätten sie nicht gebraucht“, spottet eine andere Stimme. Die Eltern der Sitzenbleiber sollten mal drüber nachdenken, ob sie ihr Kind an die richtige Schule geschickt haben, rät eine dritte Stimme. Und eine vierte Frau erklärt, es sei noch eine zusätzliche Klasse im Schulgebäude am Ostertor eingerichtet worden. Was ist da dran?
Benachteiligt sind im Moment die Sitzenbleiber der 6. Klasse der Hildburgschule, bisher Oberschule, denn die neue 6. Klasse ist IGS. Also bleibt nur der Weg zur nächsten Oberschule in Bückeburg. Benachteiligt sind auch Sitzenbleiber vom Gymnasium in der 5. Klasse, die mangels Platz nicht an die IGS wechseln können (wo sie das Jahr nicht wiederholen müssten), da dort der 6. Jahrgang ausgebucht ist.
„Die Schule hat schon drei zusätzliche Klassenräume eingerichtet – auch wegen ungewöhnlich vielen Sitzenbleibern in anderen Jahrgängen“, erläutert Ralf Mahnert, Leiter des Kreisschulamtes. „Die Schule kam dreimal über den nötigen Teiler, ab dem eine neue Klasse gebildet werden muss. Neue Klassen gab es aber nur für die Oberschule als Regelschule, für die IGS nicht mehr, denn die ist eine Angebotsschule. Für die Oberschuljahrgänge musste das Land Niedersachsen dann auch sofort die benötigten zusätzlichen Lehrerstunden bereitstellen, für die IGS nicht.“
Von den drei neuen Schulräumen ist einer im Gebäude Ostertorstraße, zwei sind am Kollegienplatz. „Nun gibt es keine Raumreserven mehr, das war aber vor dem Schuljahresende nicht absehbar, man musste ja erst die Sitzenbleiberzahlen abwarten“, verdeutlicht Mahnert und führt aus: „Wir suchen deshalb einen Weg, die beengte Situation am Kollegienplatz aufzulockern, zum Beispiel durch Anmieten der Pavillons an der Klosterstraße, die seit dem Auszug der Rintelner Tafel leerstehen. Eine Ortsbesichtigung hat es schon geben.“
Bürgermeister Thomas Priemer ergänzt dazu: „Wir hatten zwar auch andere Interessenten für die Pavillons, wollen aber erst einmal der Schule helfen.“ Ralf Mahnert könnte sich dort einen Freizeitbereich für die Schule vorstellen, Klassenräume dagegen nicht. Die IGS nutzt dort bereits einen Raum (ehemaliger Schnittger-Laden) als Möbellager.
Priemer verweist auf zwei Optionen für Klassenräume: „Wir haben tagsüber den großen Sitzungssaal im Rathaus 2 frei, auch im Familienzentrum an der Ostertorstraße gibt es einen Veranstaltungsraum, der genutzt werden könnte. Wir hatten der Schule und dem Landkreis bisher nur pauschal unsere Hilfe bei der Raumfrage angeboten, darauf aber keine Resonanz bekommen. Im Sitzungssaal ist sogar moderne Kommunikationstechnik vorhanden, und eine kleine Küche nebenan gibt es auch.“
Schuleiter Torsten Rudolf erklärte gestern, es stünden keine Räume mehr zur Verfügung. Für die drei neu gebildeten Klassen seien bei der Landesschulbehörde 3,5 neue Lehrerstellen beantragt, dort aber noch nicht bewilligt worden.
Für noch eine Klasse wären weitere 1,5 Stellen nötig, für die es angesichts der aktuellen Einstellungsprobleme beim Land wohl kaum Hoffnung gäbe. Diese 1,5 Stellen wurden also nicht beantragt.
Drei sitzen gebliebene Oberschüler aus abgelegeneren Ortsteilen dürften die 6. Klasse nun in der IGS Rinteln wiederholen, sieben müssten nach Bückeburg oder Obernkirchen.
Wie viele abgeschulte Gymnasiasten hätten hinzukommen können, weiß Rudolf nicht: „Dem Gymnasium haben wir nur den Aufnahmestopp an der IGS mitgeteilt.“ Am Gymnasium gab es gestern keine Auskunft darüber. Rudolf betont aber: „Kein Kind, das von seinen Eltern zuerst für die IGS angemeldet wurde, ist bei uns abgewiesen worden.“
Entsteht durch die jetzige Raummisere mehr Druck auf einen Neubau (20 Millionen Euro) am Schulzentrum? „Nein“, antwortet Mahnert, „nächstes Jahr haben wir für Sitzenbleiber oder Neueinsteiger ja in den jetzt neuen kleinen Klassen Platzreserven. Außerdem haben wir dann sieben Entlassklassen, aber nur fünf neue. Das schafft auch Platz.“ dil

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben
Mehr zum Artikel
IGS Rinteln verhängt Aufnahmestopp

Das bringt einige Eltern auf die Palme: Ihr Kind ist auf dem Gymnasium Ernestinum sitzen geblieben und wird „abgeschult“. Da bliebe ja noch die IGS Rinteln, wo der Sitzenbleiber theoretisch sogar in der 6. Klasse weitermachen könnte.
Doch dort ist genau in diesem bisher zweiten Jahrgang der IGS kein Platz mehr.

mehr

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg