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Aus dem Landkreis Weniger Geschäfte
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Weniger Geschäfte
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10:24 08.12.2018
Quelle: Buhre
Landkreis

Die Gründer-Statistik des Landesamtes zeigt, dass in fast allen Wirtschaftsbereichen mehr Gründungen als Abmeldungen erfolgt sind und damit die Anzahl der aktiven Unternehmen zunimmt. Auch in Schaumburg hat es 2017 mehr Neugründungen als Gewerbeabmeldungen gegeben.

In die Statistik sind nur „echte“ Neugründungen eingeflossen – also ohne die Übernahme bestehender Betriebe. Demnach sind insgesamt 875 neue Betriebe gegründet worden. Im selben Zeitraum wurden 819 Geschäftsaufgaben (+56) verzeichnet – alles Fälle, in denen der Betrieb nicht übergeben oder umgewandelt wurde. Im Jahr 2015 hatte die Zahl der Betriebsaufgaben die der Neugründungen überstiegen (-35). In den neun Jahren zuvor war die Gewerbebilanz des Landkreises Schaumburg noch stets positiv, wobei das höchste Plus im Jahr 2004 mit 448 erzielt wurde. Im Jahr 2016 gab es 65 Neugründungen mehr als Geschäftsaufgaben.

Konkurrenz durch Online-Handel schlägt durch

Ein genauerer Blick zeigt jedoch, in welchen Branchen der Aufwärtstrend nicht angekommen ist. So sind im Gastgewerbe im vergangenen Jahr zwar 65 neue Betriebe entstanden, jedoch auch 78 abgemeldet worden (-13). Noch stärker fällt die Differenz im Handel aus. Dort stehen 216 Neugründungen 238 Geschäftsaufgaben (-22) gegenüber. Hier schlägt offenbar die Konkurrenz durch den Online-Handel durch.

Positive Entwicklungen gibt es hingegen im Bereich Information und Kommunikation zu vermelden. Mit 39 Neuanmeldungen gibt es ganze 21 mehr als Abmeldungen.

Unabhängig von der Zahl der Gründungen hat die IHK Hannover in ihren Beratungen festgestellt, dass Gründer in den vergangenen Jahren zunehmend besser vorbereitet sind. Das kann auf das große Beratungsangebot bei den verschiedenen Einrichtungen (Wirtschaftsförderer, Banken, Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern) zurückgeführt werden. Zugleich ist die Anzahl der staatlich geförderten „Notgründungen“ aufgrund der geringeren Arbeitslosigkeit und der restriktiveren Handhabung der Zuschüsse der Bundesagentur für Arbeit zurückgegangen.

Frauen stellen 31 Prozent aller Selbstständigen

Nach wie vor sind Frauen bei Unternehmensgründungen zurückhaltender: Frauen stellen mit 46 Prozent zwar nahezu die Hälfte aller Erwerbstätigen, in Niedersachsen aber nur etwa 31 Prozent aller Selbstständigen.

Rund 50 kostenlose Erstberatungen werden laut Geschäftsführer Martin Wrede jährlich in der Stadthäger IHK-Geschäftsstelle durchgeführt. Für Wrede sind die aktuellen Zahlen des Landesamtes nur eine Momentaufnahme, die im nächsten Jahr schon wieder ganz anders aussehen könne. Dennoch erstaunten ihn die hohen Gewerbeabmeldungen im Bereich Handel und Gastgewerbe nicht. „Dies sind Branchen mit geringen Eintrittshürden, wo aber sehr schnell deutlich wird, wenn das Konzept nicht funktioniert.“

Außergewöhnlich viele Menschen mit Migrationshintergrund gründeten einen eigenen Betrieb, sagt Wrede. „Ich glaube, sie sind risikofreudiger und verfolgen eine Idee sehr dynamisch.“ Für den Landkreis gibt es zwar keine aktuellen Zahlen, niedersachsenweit erfolgt allerdings laut Industrie- und Handelskammer Niedersachsen jede fünfte Neugründung durch ausländische Staatsangehörige – deren Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt nur knapp zehn Prozent.

Begeistert ist Wrede vom Gründerwettbewerb „Start Stadthagen“ (siehe Kasten). „Das schafft Aufmerksamkeit für die Stadt und zeigt, dass wir hier gründerfreundlich sind.“ Natürlich müsse die Idee der Unternehmer gut und Kapital vorhanden sein, „aber die Beratung funktioniert auf vielen verschiedenen Ebenen“. col

Start Stadthagen

Mit „Start Stadthagen“ hat das Stadtmarketing (SMS) in Kooperation mit der Stadt einen Gründerwettbewerb ausgelobt, um Unternehmensgründer in die Kreisstadt zu locken. Den Gewinnern winken Preise im Gesamtwert von 60.000 Euro: eine Anschubfinanzierung, Hilfe bei Finanzierungsfragen und der Überwindung bürokratischer Hürden, die Vernetzung mit Stadthäger Wirtschaftsakteuren sowie – für ein Jahr – ein Energie- und Werbekostenzuschuss, ein begleitendes Unternehmenscoaching sowie die intensive Begleitung bei Werbung und Marketing. Einsendeschluss ist der 17. Februar 2019. Für weitere Fragen steht Wirtschaftsförderer Lars Masurek unter Telefon (0 57 21) 78 21 43 zur Verfügung.