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Weniger Wildunfälle dank Reflektoren

Kreisjägerschaft zieht Bilanz Weniger Wildunfälle dank Reflektoren

Blaue Reflektoren am Fahrbahnrand sollen Wildtiere von Landstraßen fernhalten. Die Zahl der Wildunfälle zeigt: Die Reflektoren haben sich bewährt.

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Die Zahl der Wildunfälle soll durch blaue Reflektoren gemindert werden.

Quelle: dpa

LANDKREIS. Wenn es im Herbst für das Wild auf den Feldern nichts mehr zu holen gibt, kommen die Tiere in Bewegung. Landstraßen kreuzen ihre Suche nach Nahrung und gerade, wenn die Tage kürzer und die Straßen glatter werden, werden Rehe und Wildschweine zum Unfallrisiko.

Reflektoren an den Leitpfosten entlang der Straßen haben in den vergangenen Jahren auch in Schaumburg dazu beigetragen, Wildunfälle zu vermeiden. In Absprache mit der Polizei hatte die Kreisjägerschaft immer mehr blaue Klebefolien, später auch Reflektoren an den Unfallschwerpunkten an der B 65, bei Bad Nenndorf und im Auetal zwischen Rehren und Bernsen installiert.
50 Straßenkilometer hatte die Jägerschaft allein 2012 versorgt.

397 Tiere angefahren

5 Euro kostet ein Reflektor mittlerweile. „Dabei ist jeder Jäger zunächst für die Strecken in seinem eigenen Revier verantwortlich“, erklärt Kreisjägermeister Hermann Platte. Wie viele Kilometer seitdem dazugekommen sind, kann er nicht genau sagen, da es keine zentrale Statistik darüber gibt.

Wenn es doch zum Unfall kommt, muss sich der zuständige Waidmann um die Entsorgung des Kadavers kümmern. „Wir haben aber gute Erfolge mit dem System erzielen können und so manchem Reh das Leben gerettet“, resümiert der Jägermeister. Ähnlich wie in den Vorjahren landeten 2015 397 Tiere vor der Motorhaube, jährlich gehen knapp 20 Prozent der etwa 2000 zur Strecke gebrachten Tiere auf das Konto der Wildunfälle. Bei den Wildschweinen erhöhte sich die Zahl gar auf 100 bei einem Jahresdurchschnitt von knapp 60 Wildunfällen.

Von der Wirksamkeit der Methode ist der Kreisjägermeister dennoch überzeugt: „Wir erweitern die Sicherung stetig oder tauschen Reflektoren aus. Wenn an einer Straße eine Lücke entsteht, ziehen die Tiere an dieser Stelle gleich wie durch einen Trichter.“ Auch andere Faktoren wie die Verteilung des Maisanbaus auf den Feldern oder durch Vegetation verdeckte Leitpfosten haben Einfluss auf die Unfallschwerpunkte.

Eine weitere Abschreckungsmethode sind Duftschranken mit dem Geruch von Raubtieren auf einem Trägerstoff wie Bauschaum. „Die Methode eignet sich eher für kleine Flächen, ist allerdings wegen des intensiven Geruchs für den Menschen nicht gerade angenehm und verliert auf die Dauer auch seine Signalwirkung“, meint Kreisförster Lothar Seidel.

Unfallstellen würden die Jäger gerne durch rote Holzdreiecke kennzeichnen, haben sich in dieser Frage aber noch nicht mit der Straßenmeisterei einigen können, weil die Signale nur mit einem Mindestabstand von zwei Metern zum Fahrbahnrand aufgestellt werden dürfen. „In Nienburg wird die Kennzeichnung auf der Straße zugelassen. Die Dreiecke stehen bei uns auch schon bereit“, so Platte.  geb

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