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Aus dem Landkreis Wenn Hilfe in Aggression umschlägt
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Wenn Hilfe in Aggression umschlägt
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00:26 22.03.2018
Frischgebackene Eltern sind manchmal überfordert mit der Situation. Doch Hilfe gibt es im Landkreis an verschiedenen Stellen. Quelle: pr
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LANDKREIS

Das berichtet die Erziehungsberaterin Christel Varrelmann vom Familienzentrum.

Etwa acht Mal im Monat wenden sich nach ihrer Schätzung Hilfe suchende Mütter und Väter an die Beratungsstelle. „Einem schreienden Kind nicht helfen zu können, bedeutet massiven Stress, der schnell in Aggression umschlagen kann.“ Selbst ein relativ leichtes Schütteln könne beim Kind einen Schaden anrichten, der vielen nicht bewusst sei. Anpassungsstörungen oder die Spätfolgen einer schweren Geburt können die Ursache für das hypersensible Verhalten von Säuglingen sein. „Im Extremfall ist es besser, das Kind ins Bett zu legen und aus dem Raum zu gehen, bevor es zur Überreaktion kommt“, empfiehlt Varrelmann. Über eine bereits initiierte Kampagne, die 2018 starten soll, werde das Familienzentrum Eltern für das Thema Schütteltrauma sensibilisieren.

Der Landkreis bietet schon jetzt vielerorts präventive Hilfe. Im Allgemeinen Sozialen Dienst sind 30 Mitarbeiter beschäftigt. In den Außenstellen Bad Nenndorf, Bückeburg, Lindhorst, Obernkirchen, Rinteln und Stadthagen stehen diese hilfesuchenden Eltern regelmäßig in offenen Sprechstunden zur Verfügung. „Dadurch ist auch eine enge Kooperation mit den örtlichen Institutionen möglich und vielen Menschen fällt der Gang leichter, als direkt zum Jugendamt“, sagt Kreisdezernentin Katharina Augath. Hinzu kommt die Erziehungsberatungsstelle in Obernkirchen mit acht sozialpädagogisch und psychologisch qualifizierten Kräften.

Probleme enthüllen

Das tatsächliche Problem müsse erst im Gespräch enthüllt werden. „Die Darstellung der Eltern geht oft in eine andere Richtung. Wenn Geldsorgen oder andere Konflikte die Familie plagen, reagiert auch das Kind auf die Spannungen“, erklärt Jugendamtsleiter Hans-Ulrich Born.

Im Bereich Frühe Hilfen setzt der Landkreis auch auf seine Kooperationspartner von der Arbeiterwohlfahrt und dem Kinderschutzbund. „Hier können sich beispielsweise Eltern von Schreikindern in Gruppenangeboten mit anderen Betroffenen austauschen und Rat suchen“, so Augath.

„Hinweisen auf eine Kindeswohlgefährdung von der Polizei oder anderen Quellen gehen wir immer nach“, ergänzt Born. „Dabei gilt in unserem Amt das Vier-Augen-Prinzip und wir wenden ein Punktesystem nach landesweit vergleichbaren Maßstäben an, um die nötigen Schritte zum Schutz des Kindes einzuleiten.“ Zu einer Inobhutnahme durch das Jugendamt komme es aber nur in den seltensten Fällen.

 

 Allgemeiner Sozialer Dienst: (05721)7030

 

 Erziehungsberatungsstelle: (05724) 6011

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