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Wenn der Abmahnanwalt Post schickt

Landkreis / Urheberrecht Wenn der Abmahnanwalt Post schickt

Auch in Schaumburg mehren sich die Fälle, in denen Vereinsvorsitzende von Rechtsanwälten Post mit unangenehmem Inhalt bekommen – Abmahnungen, die oft die 1000-Euro-Grenze überschreiten. Der Vorwurf: Auf der Internet-Seite des Vereins finden sich Ausschnitte von Landkarten, für deren Nutzung die Verantwortlichen hätten bezahlen müssen.

Landkreis (ab). Dass das Internet in fast alle Lebensbereiche vorgedrungen ist, hat zahlreiche juristische Probleme geschaffen, die oft auf das Urheberrecht zurückgehen. Musikkonzerne und Zeitungsverlage wehren sich dagegen, dass ihre Produkte im Netz frei von Kosten verbreitet werden. Es kann aber auch den Verein von nebenan treffen, wie ein Fall aus dem Landkreis Schaumburg belegt.
Kürzlich bekam der Vorsitzende dieses Vereins ein Schreiben vom „Städte-Verlag“ aus Fellbach bei Stuttgart, betrifft: „Schadensersatz wegen Urheberrechtsverletzung“. Weil der Verein auf seiner Internet-Seite einen Teil einer „Kreiskarte Schaumburg“ verwendet hatte, die im „Städte-Verlag“ entstanden war, sollte er 1107,48 Euro Schadensersatz zahlen. Der Ausschnitt beschrieb die Anfahrt zur Geschäftsstelle. Weil der Vorsitzende nachweisen konnte, dass sein Verein den Kartenausschnitt nicht zu kommerziellen Zwecken verwendet hatte, erwirkte er eine „Rückstufung“ der Forderung durch den „Städte-Verlag“. Die 257 Euro, die übrig blieben, sind jedoch für manchen Verein immer noch ein hübsches Sümmchen. „Es war kein Fehler aus Bosheit, sondern einer aus Unkenntnis“, sagt der Vereinsvorsitzende.
„Wer Teile von Landkarten in Publikationen oder auf Internetseiten übernehmen will, sollte sich unbedingt vorher informieren, bei wem die Rechte liegen und was die Nutzung kostet“, sagt Thomas Stübke, Leiter des Bereichs Geodatenmanagement im Katasteramtes Rinteln, in dem man täglich mit Karten umgeht (und sie auch verkauft). „Außerdem sollte unter der Karte nie der Hinweis auf den Rechteinhaber fehlen, etwa indem man dessen Logo einrückt.“ Ein Blick auf die Homepage des „Städte-Verlags“ zeigt, dass es gar nicht so einfach ist, sich über anfallende Kosten zu informieren. In den Nutzungsbedingungen fehlen jedenfalls Preisbeispiele. Der Konkurrent „Euro-Cities“ aus Berlin listet hingegen Nutzungsbedingungen in einer derartigen Detailfülle auf, dass man beim Ausdruck auf zwölf Seiten kommt. Preisbeispiel: Die nicht-kommerzielle Nutzung einer Karte, die bis zu DIN A 6 groß ist, kostet 524,30 Euro.
Im Internet gibt es durchaus Unternehmen, die Karten kostenfrei anbieten, „OpenStreetMap“ kann hier als Beispiel gelten. Dabei handelt es sich allerdings nicht um amtliche Karten. Für Schaumburger bietet sich auch das kostenfreie Schaumburg-GIS an, in dem Karten für Homepages hergestellt werden können. Wer dagegen einen unseriösen Anbieter erwischt, muss damit rechnen, Straßen oder Gebäude in der Wirklichkeit nicht dort vorzufinden, wo sie die Karte des Anbieters vermutet. Diese schmerzvolle Erfahrung musste jüngst sogar die Kultfirma „Apple“ machen, die in ihren i-Produkten Landkarten anbot, die wegen ihrer Ungenauigkeit die Kunden verärgerten. Schließlich musste die Konzernspitze zu Kreuze kriechen und die Karten von „Google“ empfehlen; in der Welt der Internet-Wirtschaft ist „Google“ ein scharfer Konkurrent von „Apple“.

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