Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Wenn der Beschützer zur Bedrohung wird

Mit großen Hunderassen überfordert Wenn der Beschützer zur Bedrohung wird

Als Schutz vor Einbrechern und Angreifern schaffen sich immer mehr Menschen große Hunderassen an. Wegen mangelnder Information und Vorbereitung werde der vierbeinige Beschützer aber schnell zur Belastung und ein Fall für das Tierheim, wie Kreisveterinär Ulf Güber seit zwei Jahren beobachtet.

Voriger Artikel
Verkehrsmeldungen für Mittwoch, 10. Januar
Nächster Artikel
Arbeitnehmer zeigen Flagge

Große Hunde können auch zur Belastung werden.

Quelle: pr.

Stadthagen/Landkreis. „Die Menschen schauen sich Angebote im Internet an und entscheiden sich dann gerne für den Züchter, der den Rottweiler 200 Euro billiger anbietet. Dort greifen sie sich dann den dicksten Rüden aus dem Rudel“, erklärt Kreisveterinär Güber.

Um den obligatorischen Hundeführerschein für Ersthalter kümmerten sich viele aber nicht rechtzeitig und schon mit zwei Jahren fange der Hund an, sein Herrchen in den die Ecke zu drängen. „Ein typischer Schutzhund, der nur morgens und abends ausgeführt wird, ist unterfordert und praktisch arbeitslos. Der packt sich irgendwann den Nachbarn beim Spaziergang“, warnt der Veterinär.

Pitbull als Statussymbol

Bei solchen Auffälligkeiten müsse er prüfen, ob das Tier als gefährlicher Hund klassifiziert und sein Besitzer die Haltung beantragen muss. „In diesem Fall darf der Halter nicht vorbestraft, suchtkrank oder psychisch krank sein“, sagt Güber. In bis zu drei Fällen jährlich nehme der Veterinär das Tier mithilfe von Hundeführern der Polizei in Obhut.

Von den drei Tierheimen des Landkreises sei aber nur das in Bad Nenndorf für die Aufnahme gerüstet. In Stadthagen fehle dagegen Personal und Qualifikation: „Etwa dreimal im Monat kommen überforderte Hundehalter zu uns, wir nehmen aber grundsätzlich keine gefährlichen Hunde auf“, erklärt Leiterin Kerstin Kassner vom Tierschutzverein. Sie bestätigt den Trend: „Wer sich das BMW-Cabrio nicht leisten kann, nimmt eben den Pitbull als Statussymbol. Auch Eltern geben dem Hundewunsch ihrer Kinder oft zu leichtfertig nach.“

Töten um Leiden zu beenden

 Bleibt das Tierheim verschlossen, empfiehlt Güber überforderten Hundehaltern, sich an überregionale Stellen wie die Dobermann-Nothilfe zu wenden oder sich bei lokalen Unternehmen umzuhören. „Viele Schutzhunde sind gut aufgehoben, wenn sie Betriebsgelände bewachen können.“

Auch das Personal von Wachdiensten habe meist Erfahrung damit, schwierige Hunde zu disziplinieren. Das Einschläfern eines Tieres veranlasse das Veterinäramt nur etwa einmal jährlich. „Die Tötung ist nicht mehr durch das Niedersächsische Hundegesetz gedeckt und nur zulässig, um das Leiden des Tieres zu beenden“, sagt Güber. geb

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg