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Wenn es plötzlich knallt

Jägerschaft Wenn es plötzlich knallt

Das Geräusch eines Schusses beim Sonntagsspaziergang im Wald hat etwas Beunruhigendes an sich. So ging es in letzter Zeit zumindest einigen Spaziergängern im Stadthäger Waldgebiet an der Bergkette.

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Wann auf welches Wild geschossen werden darf, ist gesetzlich vorgeschrieben.

Quelle: dpa

Stadthagen. Und auch wenn der Schreck und die Angst beim einen oder anderen in dieser Situation groß ist – auf die Sicherheit von Spaziergängern und Joggern legen Jäger höchsten Wert. Achim Palm von der Jägerschaft Schaumburg hat im Gespräch mit dieser Zeitung erläutert, wann Jäger eigentlich schießen dürfen und an welche Regeln sich die Waidmänner sonst noch zu halten haben.
Die Frage sei nicht wann, sondern auf was geschossen werden darf: Denn es gibt eine gesetzliche Verordnung, die Jägern vorgibt, in welchem Zeitraum welches Wild gejagt werden darf. „Rehböcke dürfen beispielsweise vom 1. Mai bis zum 31. Januar geschossen werden“, sagt Palm. Lediglich in der Nacht müsse alles ruhen. Das bedeutet, dass eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang bis eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang kein Gewehrschuss ertönen darf, wie Palm erklärt. Die einzige Ausnahme dabei bildet das Schwarzwild, da es überwiegend in der Nacht aktiv ist.
Das Gesetz unterscheidet zwei Arten von Jagd. „Die Einzeljagd kann beispielsweise nachts bei Vollmond in befugten Jagdgebieten erfolgen“, so Palm. Anders ist es bei der Gesellschaftsjagd: Damit sind in der Regel Treib- und Drückjagden gemeint, die tagsüber und oftmals auch in Kooperation mit der Polizei stattfinden. „Bei diesem Jagdtyp werden Waldwege teils polizeilich gesperrt und Autofahrer, beispielsweise auf der Strecke von Pollhagen nach Münchehagen, mit Hinweisschildern gewarnt“, erklärt der Jäger. Das hat folgenden Hintergrund: Das Wild wird durch die Gesellschaftsjagd beunruhigt. Nicht nur die Tiere selbst, auch die Hunde könnten dabei auf die Straße laufen und so Autofahrer gefährden. Durch die Hinweisschilder wissen die Autofahrer, dass sie sich achtsam verhalten müssen.
Während der normalen Jagd ist der Jäger jedoch verantwortlich für die Sicherheit. Dabei helfen den Waidmännern unter anderem die Hochsitze. „Die Sitze dienen nicht nur für einen guten Ausblick, sie haben auch den Vorteil, dass von oben nach unten geschossen wird.“ So entsteht ein natürlicher Kugelfang, der ein Abprallen in eine andere Richtung verhindert, erläutert Palm. Sieht der Jäger von oben, dass sich ein Wildtier in der Nähe eines Weges befindet, gibt er aus Sicherheitsgründen keinen Schuss ab. Spaziergänger brauchen sich nach Angaben von Palm also keine Sorgen machen, dass in ihrer unmittelbaren Nähe ein Schuss im Boden landet.

+++Info+++

Der Jagdschein

Die Jägerprüfung darf ab dem 16. Lebensjahr abgelegt werden. Dieser Jugendjagdschein gilt bis zum 18. Lebensjahr und wird danach automatisch in einen normalen Jagdschein umgewandelt. Eine erneute Prüfung ist nicht nötig; die Jugendlichen legen dieselbe Prüfung ab, wie die Erwachsenen. Eine eigene Waffe dürfen die Jungjäger nicht besitzen, gejagt wird unter Aufsicht.
+ Die untere Jagdbehörde des Landkreises nimmt die Prüfung ab und entscheidet vorher, ob eine Person zur Prüfung zugelassen werden kann. „Man muss schon ein astreiner Bürger sein, das bedeutet zum Beispiel, keine Vorstrafen und keine Punkte in Flensburg“, erklärt Palm. Nach abgelegter Prüfung stellt der Landkreis den Jagdschein aus. Voraussetzung dafür ist eine Jagdschutzversicherung.
+ Der Jagdschein wird für ein oder für drei Jahre beantragt. Für die Verlängerung muss lediglich ein Entgelt gezahlt werden. Die Jagdbehörde überprüft die Jäger zusätzlich auf ihre Verlässlichkeit. Fällt einer negativ auf, wird ihm die Befugnis zu Jagen, als auch das Recht, eine Waffe zu besitzen, entzogen.“
+ Eine Altersbegrenzung gibt es nicht. Da die Jagd generell sehr anstrengend ist, wie Palm betont, hören ältere Jäger in der Regel irgendwann von selbst auf. 

Von Martina Koch

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