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Wer jagt den Vogel des Jahres?

Nabu-Gruppe schockiert über Habichtfallen Wer jagt den Vogel des Jahres?

Idyllisch und unscheinbar liegt das schmale Gehölz zwischen Westendorf und Deckbergen nahe Gut Echtringhausen. So vermutet man nicht, was sich hinter dichten Weiden verbirgt: Denn kürzlich wurden dort professionelle Greifvogelfallen entdeckt.

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Diese illegale Vogelfanganlage hat der Nabu Rinteln zwischen Westendorf und Deckbergen entdeckt und Strafanzeige bei der Polizei erstattet.

Quelle: pr.

Westendorf/Deckbergen. Laut Polizei sollen die Fallen in der Zeit zwischen Sonntag, 14 Uhr, und Montag, 10.30 Uhr, aufgestellt worden sein. Die Ordnungshüter haben den Habichtkorb mittlerweile entfernt und sichergestellt.

 Da diese Vogelart geschützt ist, besteht zudem der Verdacht einer Straftat. Daher bittet die Polizei um Zeugenhinweise unter der Telefonnummer (05751)95450.

 Dr. Nick Büscher, Vorsitzender des Nabu Rinteln, ist empört: „Es ist einfach unglaublich, dass wir im Jahr 2015, in dem der Habicht Vogel des Jahres ist, solch eine Entdeckung machen müssen.“ Während versucht würde mit Artenschutzmaßnahmen streng geschützten Arten wie dem Habicht zu helfen, versuchten andere, sie zu fangen und zu töten.

 Die Rintelner Naturschützer sind durch ein aufmerksames Nabu-Mitglied auf die Fallen aufmerksam geworden. Am Tag danach erstatteten sie Strafanzeige beim Polizeikommissariat Rinteln.

 Über die Beweggründe für ein solches Verhalten lasse sich bislang nur mutmaßen, so Büscher: „Es gibt Menschen, die meinen, dass Habichte und andere Greifvögel eine Jagdkonkurrenz sind und ihnen aus diesem Grunde nachstellen.“ Mit einer waidgerechten Jagd habe dies jedoch nichts zu tun – die Täter vermutet er unter Jägern, aber: „Ich bin fester Überzeugung, dass die überwiegende Mehrheit der Jäger diese Praxis der illegalen Greifvogeljagd zutiefst missbilligt.“

 Dabei handelt es sich keinesfalls um eine Bagatelle, wie Rintelns Nabu-Vorsitzender betont: „Der Habicht ist eine streng geschützte Art. Es ist verboten, dieser Art nachzustellen, sie zu fangen und zu töten.“ Die im Weidendickicht südlich von Gut Echtringhausen vorgefundene Fallenanlage ist mit einer Kunsttaube ausgestattet, die Greifvögel anlocken soll. Sobald Habichte versuchen die vermeintliche Beute zu greifen, schnappt die Falle zu. Die gefangenen Tiere werden anschließend erschlagen.

 „Neben dem Mäusebussard ist der Habicht der in Deutschland am meisten verfolgte Greifvogel“, bilanziert Büscher. „Vor allem in der Brutzeit zwischen März und Juni leben sie gefährlich.“ Es gebe immer noch einzelne Jäger, die sie als Konkurrenten bei der Jagd auf Niederwild sehen. „Nach wie vor geht auch der Mythos um, Habichte seien für den starken Rückgang bestimmter Arten wie Feldhase und Rebhuhn verantwortlich.“

 Immerhin: Insgesamt sei die Sensibilität für das Thema gewachsen. „Es werden mehr Delikte gemeldet, und der Druck auf potenzielle Täter steigt“, bestätigt Büscher.

 Wer überzeugt ist, einem Fall von illegaler Greifvogelverfolgung auf der Spur zu sein, kann direkt den Nabu anrufen. Dieser ist werktags von 9 bis 18 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 15 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer (030)2849841555 zu erreichen. r

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