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Wie schnell sind die Retter wieder da?

Ende der Notfallambulanz Wie schnell sind die Retter wieder da?

Der Verlust der Notfallambulanz im Rintelner Krankenhaus weckt Ängste. Wenn Patienten künftig nach Stadthagen gefahren werden müssen, sind Notarzt und Rettungstransportwagen (RTW) eine Stunde hin und zurück unterwegs.

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Ein Rettungssanitäter reicht dem Notarzt eine Spritze. Wenn in Rinteln ein Unfall geschieht, dann werden verletzte Patienten nach Bückeburg oder Stadthagen gefahren. Bis der Rettungswagen im Falle eines anderen Unfalls in Rinteln wieder da ist, ist eine Stunde vergangen. tol

Landkreis. Da aber zum Beispiel nachts nur ein RTW in Rinteln besetzt ist, könnten Patienten vielleicht nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit von 15 Minuten nach Notrufeingang erreicht werden. Der Landkreis Schaumburg wertet deshalb die Einsatzzeiten der Rettungswagen aus und hat die Krankenkassen als Bezahler vorgewarnt: Es drohen Mehrkosten.
Kreisdezernentin Ursula Müller-Krahtz hat sich des Themas angenommen. Problemfälle habe es in den ersten Wochen seit der Schließung der Notfallambulanz in Rinteln nicht gegeben. Bisher habe es ja auch Fahrten zu den umliegenden Krankenhäusern in Minden, Hameln und Hannover gegeben, argumentiert die Dezernentin. In diesen Fällen seien Rettungswagen aus Bückeburg oder dem Auetal für Rinteln angefordert worden.
Im Auetal ist derzeit ein RTW rund um die Uhr besetzt, in Bückeburg ebenfalls einer; und ein Zweiter nur von sieben bis 19 Uhr. In Rinteln ist es wie in Bückeburg: In beiden Städten steht werktags von acht bis 17 Uhr auch noch einen Krankentransportwagen zur Verfügung. Nur in Rinteln und Stadthagen ist jeweils ein Notarzt mit einem Fahrzeug auf der Rettungswache.
„Wir überprüfen ständig die Notwendigkeiten, die Hilfe aus der Nachbarschaft ist tägliches Geschäft“, erklärt Müller-Krahtz. „Den Krankenkassen habe ich schon immer gesagt, was diese im stationären Bereich in den Kliniken einsparen, könnte zu Mehrkosten bei den Rettungsdiensten führen. Und jetzt geht die Tendenz hin zu einer Stärkung der Rettungswache Rinteln, also einer Rund-um-die-Uhr-Besetzung auch des zweiten RTW.“
Die Lage könne sich wieder entspannen, wenn das Klinikum in Vehlen 2017 fertig ist. „Dann werden zum Beispiel Fahrten zur Neurologie in Minden weniger. Dafür aber bekommt die Rettungswache Rodenberg längere Fahrzeiten und Abwesenheiten, für die wir eine Lösung finden müssen“, so Müller-Krahtz. „Wir sind zu diesem Thema in ständigem Kontakt mit der Schaumburger Krankenhaus-Projektgesellschaft.“
Der Verein DRK-Rettungsdienst und Krankentransport in Schaumburg als Beauftragter für den Rettungsdienst sieht unterdessen Probleme, kurzfristig mit dem aktuellen Personal eine Dauerbesetzung des zweiten RTWs zu gewährleisten. Geschäftsführer Bernd Gerberding sagte auf Anfrage dieser Zeitung: „Zwei Monate mit dem vorhandenen Personal zu überbrücken, ist möglich. Außerdem haben wir Bewerber vor Ort, die wir bei Bedarf einstellen könnten.“
Laut Gerberding muss nicht immer ein Notarzt bei den Einsätzen des Rettungswagens dabei sein. „Ist der Patient erst im Fahrzeug, wird er von unseren ausgebildeten Sanitätern gut versorgt. Wichtig ist, den zu Versorgenden in 15 Minuten mit Rettungsmitteln zu erreichen, was laut Gesetz in mindestens 95 Prozent der Fälle gewährleistet sein muss. Tagsüber schaffen wir das, nachts müsste bei Bedarf Verstärkung her. Wenn der Landkreis das will, können wir es kurzfristig umsetzen“, so Gerberding.
Das sei vor allem eine Kostenfrage. „Wir müssen erst die Krankenkassen davon überzeugen“, sagte Ursula Müller-Krahtz. dil

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