Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagte gestern: „Wir erwarten Angebote von Telekommunikationsunternehmen, die die Breitbandverfügbarkeit in den ausgewählten Gebieten deutlich verbessern werden.“ Die Bewerbungsfrist laufe am 9. Oktober aus. Danach würden jene Angebote ausgesucht, „die am wirtschaftlichsten sind und einer möglichst flächendeckenden Breitbandversorgung am besten Rechnung tragen.“
Der Landkreis hat nach Einschätzung von dessen DSL-Beauftragten Kurt Brandt in etwa 1,7 Millionen Euro an Landesförderung zu erwarten und gibt zusammen mit den Kommunen 360 000 Euro als Zuschuss dazu. Der Kreistag hat drei der bedürftigen Bereiche, nämlich die Samtgemeinde Sachsenhagen, die Orte Wendthagen und Liekwegen sowie die Rintelner Ortsteile Deckbergen, Schaumburg und Hohenrode als Kandidaten für das Fördergeld festgelegt. Seitens des Landes sei angekündigt worden, pro Landkreis zwei Lücken zu schließen. „Mutmaßlich wird das Geld in jene zwei der drei Bereiche fließen, wo in der Kombination durch den konkreten Geldbetrag die meisten Anschlüsse zu realisieren sind“, kündigte Brandt an.
Das ist die aktuelle Situation in den Schaumburger Lücken (siehe Karte):
- Auhagen, Sachsenhagen und Wölpinghausen bilden einen der „drei weißen Flecken“, in denen der DSL-Ausbau mit Geld aus dem Konjunkturprogramm II und Zuschüssen des Landkreises Schaumburg bis 2010 bewerkstelligt werden sollte. Doch für Auhagens Bürgermeister Kurt Blume gibt es schon wieder schlechte Nachrichten: „Die Telekom hat uns mitgeteilt, dass sie uns für dieses Jahr kein Angebot mehr macht.“ Blume befürchtet nun, im nächsten Jahr bei einer erneuten Ausschreibung der Clusterförderung mit den Bemühungen um schnelle Leitungen für seine Gemeinde mit den Teilen Auhagen und Düdinghausen 2010 fast wieder von vorne anfangen zu müssen.
- Wendthagen und der Nienstädter Ortsteil Liekwegen gehören seit einigen Monaten zuPrioritätenliste des Landkreises. Einzelheiten über Technik und Zeitpunkt von Maßnahmen waren in der vergangenen Woche in der Sitzung des Ortsrates Wendthagen-Ehlen noch nicht bekannt.
- Nicht in Genuss der „Cluster-Millionen“ kommt die Gemeinde Pollhagen. Laut Bürgermeister Gerd Wischhöfer hat die Kommune derzeit keinerlei Chancen, an Fördergeld zu kommen. Seit Jahren kämpft der Pollhäger Rat um Anbindung ans DSL-Netz. Zunächst scheiterten Verhandlungen mit der Telekom über eine Kabelverbindung an den hohen Zuzahlungsforderungen an die Gemeinde. Auch per Funk wurde bisher keine Breitband-Erschließung realisiert. Und aus dem „Cluster“-Fördertopf erhält Pollhagen nun ebenfalls keinen Cent.
- Beim DSL-Ausbau suchen die Gemeinden Hohnhorst (für Ohndorf) und Suthfeld (für Riehe) gemeinsam nach Lösungen. Aussichtsreich scheint eine Funkverbindung. Im Gespräch ist eine Antenne auf dem Bad Nenndorfer Rathaus. Um den Bedarf zu ermitteln, sind Bürgerversammlungen geplant. Im Suthfelder Investitionsprogramm für 2010 ist bereits ein Posten über 20 000 Euro zum DSL-Ausbau vorgesehen.
- In der Gemeinde Apelern haben mittlerweile wie gefordert mehr als 40 Bürger die Verträge unterschrieben, um das DSL-Loch per Funkverbindung zu umgehen. Bereits im September soll die Leistung vergleichbar einer 3000er DSL-Leitung zur Verfügung stehen, die sogar gegen Mehrkosten aufgerüstet werden kann. Die Interessenten kommen vorwiegend aus Groß Hegestorf, Klein Hegestorf und Reinsdorf. In Soldorf und Lyhren wird noch abgewartet, aber die Haushalte könnten sich laut Bürgermeister Heinrich Oppenhausen jederzeit anschließen.
gus, jl, jpw, rwe, ssr
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Kommentare
Auetal Mw – 26.08.09
Wann ist endlich die Siedlung in Rolfshagen dran? Ich könnte dann endlich Heimarbeit realisieren! :( habe so viel es geht unterschrieben und gefordert - was kann ich noch tun ? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben
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