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Wildbestand soll verringert werden

Große Jagd am 14. Dezember Wildbestand soll verringert werden

Die Wildbestände im Landkreis Schaumburg haben sich in jüngerer Vergangenheit gut entwickelt. Manche Bewohner würden vielleicht sagen, zu gut. Doch bald soll die Zahl der sich rasant vermehrenden Tieren dezimiert werden. Die große Jagd ist für den 14. Dezember geplant, erklärt Lothar Seidel, Forstamtsleiter im Kreis Schaumburg.

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Quelle: dpa

LANDKREIS. „Die Arbeitsjagd findet im östlichen Teil des Bückebergs statt. Mehr als 200 Jäger werden beteiligt sein.“ An diesem Tag werden oberhalb von Wendthagen und Liekwegen Schwarz-, Muffel- und Rehwild gejagt. Seidel äußert: „Es handelt sich um eine Bewegungsjagd. Unser vorrangiges Ziel besteht darin, Schwarzwild so effizient wie möglich zu bejagen.“

Die Hatz auf Wildschweine ist dabei alles andere als einfach. Denn die verfolgten Tiere sind recht schlau, sobald sich eine Lücke offenbart, entweichen sie dem Treiben. Eine Jagd, die sich auf ein Einzelrevier beschränkt, bietet verfolgten Exemplaren Chancen, sich dem Ganzen zu entziehen.

Andreas Brandt ist einer der Revierleiter der Klosterkammer Hannover, welche bei der großen Jagd am 14. Dezember mit etwa 40 Leuten eingebunden ist. Dabei seien bestimmte Vorgaben zu erfüllen, sagt der Experte: „Im idealen Fall sollten über 100 Tiere abgeschossen werden.“ Doch seien manche Exemplare, die die Jäger möglicherweise vor die Flinte bekommen, tabu: „Die Leittiere dürfen nicht abgeschossen werden, ebenso wenig die Bachen. Wer das tut, muss richtig Strafe zahlen.“ Deren Tötung könne soziale Strukturen der Schweine massiv beschädigen. Brandt: „Unsere Devise lautet Jugend vor Gewicht. Eine passende Altersstruktur soll erhalten bleiben. Somit kommt man der Natur am nächsten.“

Feste Abschussregeln auch beim Muffelwild

Bernhard Michel ist ein Experte für Muffelwild im Landkreis Schaumburg, äußert mit Blick auf die anstehende Jagd: „Wir haben mittlerweile einen sehr hohen Muffelwildbestand im Kreis. Diesen gilt es nun zu regulieren.“ Diese Wildschafe wurden einst zum Beginn des 20. Jahrhunderts von der Fürstenfamilie in der Gegend angesiedelt. Eigentlich kommen sie von den Mittelmeerinseln Sardinien und Korsika. Im Gegensatz zu Schwarzwild seien die von Muffelwild verursachten Schäden schwieriger zu erkennen: „Wildschafe gehen nicht in Gärten der Menschen, da haben sie zu viel Angst.“ Doch zu glauben, dass sie keiner Spuren hinterlassen, stellt einen Irrtum dar. „Sie beißen auf den Feldern die Ähren ab, sodass Weizen dann fast nur noch aus Stroh besteht. Und am Raps wildern sie gerne.“

Wie bei den Schwarzkitteln gebe es auch beim Muffelwild feste Abschussregeln. Zu diesen gehöre, dass der Großteil der Widder nicht geschossen werden dürfe. Es sei denn, die Verformungen seien deutlich.

Der pensionierte Forstbeamte, Vorgänger von Lothar Seidel als Forstamtsleiter, erklärt: „Es gibt Tiere mit eingewachsenen Hörnern. Die schießen wir, auch, um sie von Schmerzen zu erlösen.“ Die männlichen Vertreter bringen laut Michel zwischen 30 und 36 Kilogramm auf die Waage, Weibchen wiegen zwischen 16 und 20 Kilo. 59 Tiere aus den Reihen des Muffelwildes seien im bisherigen Verlauf der Saison, welche von 1. April bis 31. März dauert, geschossen worden. Doch mit Blick auf die anvisierte Anzahl gebe es Nachholbedarf. Brandt: „Insgesamt wollen wir in dieser Saison 130 Tiere schießen. Es gibt also noch einiges zu tun.“

Ähnlich wie Wildschwein- ist auch Muffelwildfleisch eine wahre Delikatesse. Wer es zu Weihnachten auf dem Teller haben möchte, kann sich an die beteiligten Jäger wenden. ano

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