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Winterliche Wechselstimmung

Landkreis Winterliche Wechselstimmung

Selbst wenn es das über weite Strecken sonnenreiche Herbstwetter nicht auf Anhieb vermuten lässt: Folgt man dem Rat von Experten, dann ist es für Autofahrer spätestens jetzt höchste Zeit, das Fahrzeug auf Winterreifen umzurüsten.

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Im Halbstundentakt werden in der Werkstatt der Firma Schulzik in diesen Tagen Reifenwechsel durchgeführt. Hier wird eine Felge von Peter Schulzik neu bezogen.

Quelle: lht

LANDKREIS. Doch ist der Reifenwechsel tatsächlich verpflichtend? Wie viel Geld sollte für die neue Bereifung eingeplant werden und worauf ist sonst noch zu achten, um das Auto sicher durch die kalte Jahreszeit zu bringen? Die SN haben nachgefragt. Bin ich verpflichtet, auf Winterreifen umzurüsten?

In Deutschland gilt seit 2010 die sogenannte „situative Winterreifenpflicht“. Das bedeutet, dass Autofahrer, unabhängig von der Jahreszeit, bei Glätte und Schneefall mit Winterreifen fahren müssen. „Es kann sein, dass man an einem Dezembervormittag in den Harz fährt und auch mit Sommerreifen durchkommt“, erklärt Mirco Lohmann von der TÜV-Station Stadthagen. Fängt es auf dem Weg allerdings an zu schneien oder kommt zu Glätte, drohen mindestens 60 Euro Bußgeld sowie ein Punkt in der Verkehrssünderdatei. Orientierung bietet die Faustregel „von O bis 0“: Wer von Oktober bis Ostern auf Winterreifen umrüstet, ist meist auf der sicheren Seite. Auch Olaf Schulzik vom gleichnamigen Autozubehör-Fachmarkt an St. Annen rät zum zeitigen Wechsel: „Sommerreifen werden unter sieben Grad so hart, dass sie immer schlechter greifen.“ Das kann schwere Unfälle nach sich ziehen. 

Gibt es Ausnahmen?

Ausgenommen von der Winterreifenpflicht sind alle zweirädrigen Fahrzeuge. Das liegt im Wesentlichen daran, dass es für Motorräder und ähnliche Verkehrsmittel häufig gar keine passende Bereifung für den Winter gibt. Stattdessen sind Fahrer dieser Fahrzeuge bei winterlichen Wetterverhältnissen zu erhöhter Sorgfalt aufgerufen. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern nicht überschritten werden darf. 

Worauf ist in diesem Jahr besonders zu achten?

Ab dem 1. Januar 2018 müssen Winterreifen das „Alpine“-Symbol tragen, ein Bergpiktogram mit eingeschlossener Schneeflocke, das verbesserte Bremsleistungen auf Schnee bescheinigt. Die bislang üblichen „M+S“-Reifen (Matsch und Schnee) dürfen zwar noch bis zum 30. September 2024 weiterhin genutzt werden, eine Umrüstung ist dennoch ratsam: „Das neue Logo ist auch ein Qualitätsindikator“, betont Mirco Lohmann vom TÜV. 

Sind Ganzjahresreifen eine verlässliche Alternative?

Anders als Sommerreifen sind Ganzjahresreifen auch bei Schnee und Eisglätte zulässig. „Letztlich ist es jedoch eine Einzelfallentscheidung, ob diese Bereifung Sinn ergibt“, sagt Lohmann. „Eine Rentnerin, die mit Müh und Not nicht einmal 5000 Kilometer im Jahr fährt, sollte über Ganzjahresreifen nachdenken. Für den klassischen Außendienstler, der jährlich 50000 Kilometer abreißt, macht das dagegen wenig Sinn.“ 

Was kosten neue Bereifung und Reifenwechsel?

Je nach Qualität, Hersteller und Fahrzeug kosten herkömmliche Modelle zwischen 30 und 180 Euro pro Reifen, berichtet Olaf Schulzik. Für den Austausch sollten zehn bis 25 Euro pro Reifen eingerechnet werden, wenn diese neu montiert werden müssen. Sind die winterfesten Reifen bereits aufgezogen und es muss nur umgesteckt werden, ist ein Austausch bereits für 25 Euro für alle vier Räder zu haben.

Dass durch die Optimierung der Reifen mit dem „Alpine“-Siegel nun höhere Preise auf die Autofahrer zukommen, kann Lohmann nicht absehen. „Nach meinem Eindruck sind die Preise ziemlich gleich geblieben“, bekräftigt der Fachmann. 

Was ist sonst zu beachten?

Die Profiltiefe der Reifen sollte 4 Millimeter nicht unterschreiten. Abgenutzte Reifen sollten möglichst ausgetauscht werden.

Um das Auto auch fernab der Bereifung winterfest zu machen, empfiehlt Lohmann, sowohl für das Kühlwasser als auch für die Scheibenwischanlage Frostschutz-Mittel zu verwenden. Türschlösser können durch Ölen vor dem Zufrieren geschützt werden. Darüber hinaus sollten die Scheibenwischblätter intakt sein und die Gummis in der Türdichtung mit einem Pflegeprodukt bearbeitet werden, da diese sonst festfrieren und beschädigt werden können. „Wer unsicher ist, sollte einfach in der Werkstatt seines Vertrauens nach einem Wintercheck fragen“, rät Lohmann. Dabei wird ebenfalls geprüft, ob die Autobatterie in einem ausreichend guten Zustand ist, um die anstehende Kälteperiode zu überstehen. Den „Wintercheck“ erledigen vielen Anbieter bereits für weniger als 30 Euro. lht

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