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Aus dem Landkreis Wirtschaftsförderer seit 100 Tagen im Amt
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Wirtschaftsförderer seit 100 Tagen im Amt
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00:29 11.10.2015
Ludwig Schätzl ist direkt ins kalte Wasser geworfen worden. Quelle: ber
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Landkreis

Weil er direkt mit Anfragen von Unternehmen betraut war, die eine Ansiedlung oder Erweiterung ihres Betriebes ins Auge gefasst hatten, habe er noch nicht die Gelegenheit gehabt, sich den Schaumburger Unternehmen vorzustellen, erklärt Schätzl im Gespräch mit den SN. Eine Tournee durch den Landkreis sei aber noch geplant.
Der 43-jährige Volkswirt versteht sich nach eigenen Worten als Dienstleister. „Ziel des Landkreises ist es, das Gemeinwohl zu maximieren. Auf der Ebene der Wirtschaftsförderung bedeutet das Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Daran arbeiten wir.“
Als nächsten Schritt will Schätzl in Eigeninitiative die Schaumburger Betriebe aufsuchen, um sich über deren Bedürfnisse zu informieren. „Wie beurteilen die Betriebe ihre Situation? Wo gibt es Verbesserungsbedarf? Finden sie genügend Fachkräfte? Ist eine Umstrukturierung geplant? Gibt es Ideen für Innovationen?“, zählt Schätzl Fragestellungen auf.
Seine Aufgabe sei es dann, die Kontakte herzustellen. „Wir kanalisieren die Bedürfnisse der Unternehmen, vermitteln Ansprechpartner und ebnen dadurch den Weg zum Technologietransfer oder zu Fördergeldern“, erklärt der 43-Jährige.
Zudem helfe er den Unternehmen durch Gutachten, in denen er die Auswirkungen von Erweiterungen oder Neuansiedlungen auf die regionale Wertschöpfungskette, auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Standortqualitäten aufzeigt, an Fördergelder zu kommen.
Als Herausforderung bezeichnet Schätzl den Fachkräftemangel im Handwerk sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe. Hier gelte es, den Übergang von der Schule in den Beruf weiter zu verbessern und die Berufsfelder verstärkt zu vermarkten.
Eine große Chance sieht Schätzl dabei auch in den Flüchtlingen. „Die Menschen haben fast alle eine Leidensgeschichte hinter sich und sind daher hoch motiviert.“ Dabei gelte es jedoch, zunächst zu erfassen, wer eine Bleibeperspektive hat. Vor diesem Hintergrund bekräftigte Landrat Jörg Farr die Forderung aus der im Frühjahr von den Landräten veröffentlichten Bad Nenndorfer Erklärung, die Asylverfahren schneller zu bearbeiten. „Der Bund muss endlich für die dafür nötige Personalausstattung sorgen“, forderte Farr.
Im nächsten Schritt müssten dann die Qualifikationen der Zuwanderer ermittelt werden, um gezielte Ausbildungs- und Umschulungsangebote machen zu können. Angefangen mit der Sprache. Das sei zwar ein Kraftakt, der Ressourcen und Geld binde, der sich aber lohnen könnte, so Schätzl.
Der gebürtige Münchener ist mittlerweile nicht nur beruflich in Schaumburg angekommen. Kürzlich hat er seinen Wohnsitz nach Stadthagen verlegt. ber

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