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Aus dem Landkreis Wohin soll die „Reise“ gehen?
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Wohin soll die „Reise“ gehen?
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18:43 11.02.2011

Landkreis (kle). Bei einer stichprobenartigen Befragung an Grundschulen in Schaumburg zeichneten sich für das kommende Schuljahr 2011/12 erste Trends ab. Ergebnis: Diese weichen wenig von denen der Vorjahre ab.

Eine ungefähre Drittelteilung zwischen Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialempfehlungen ist der Standard, so die jeweiligen Schulleiter, und variiert je nach Schule meist nur leicht in die eine oder andere Richtung.

Doch die Schulempfehlungen sagen längst nicht alles darüber aus, wo die Kinder tatsächlich für die folgenden Jahre die Schulbank drücken werden. „Die meisten Eltern folgen schon den Empfehlungen der Schule“, so Antje Kronenberg, Leiterin der Grundschule Am Harrl in Bückeburg. Abweichungen seien aber immer wieder möglich, denn am Ende entscheiden allein die Eltern.

Weichen die Elternwünsche von den Ratschlägen der Schulen ab, ginge die Tendenz meist „nach oben“, hat Petra Ammon, Leiterin der Grundschule Am Sonnenbrink in Stadthagen, die Erfahrung gemacht. „Es ist immer wieder erstaunlich – und auch schade –, dass manche Eltern unsere Gespräche einfach nicht ernstnehmen.“ Manche wollten ihr Kind um alles in der Welt aufs Gymnasium schicken, selbst wenn ihr Sprössling nicht aufpasse und nur selten Hausaufgaben mache. „Wenn Eltern wollen, dass ihr Kind auf das Gymnasium kommt, müssen sie sich auch darum kümmern.“

Gleichbleibende Trends bedeuten also nicht automatisch gleichbleibende Schulwahl. Die hat sich in den vergangenen Jahren nämlich stark gewandelt – allerdings aus einem anderen Grund: Immerhin haben die Eltern schon seit geraumer Zeit nicht mehr nur die Wahl zwischen Gymnasium, Realschule und Hauptschule. „Der Wunsch, das Kind nach der Grundschule auf eine IGS zu schicken, wird immer größer“, sagt Birgit Flacke-Schröder von der Grundschule Haste. Kinder mit Gymnasiumsempfehlung gingen für gewöhnlich am Ende auch auf eines, „aber Haupt- und Realschulen werden immer weniger gewünscht.“

Das zeigt auch eine Statistik, die der Landkreis Schaumburg zu Übergängen auf weiterführende Schulen angelegt hat. So hat sich die Zahl der „Hauptschul-Wechsler“ vom Schuljahr 2006/07 zum Jahr 2009/10 von zehn auf fünf Prozent halbiert. Ähnlich sieht es bei Realschulen aus: Weniger als 15 Prozent wechselten an diese Einrichtungen, knapp 30 Prozent waren es noch zum Schuljahr 06/07 gewesen – wobei diese Zahlen durch die Umwandlung von Haupt- und Realschulen zu IGS leicht relativiert werden.

Gleichzeitig verzeichnen aber auch Gymnasien zum Teil rückläufige Schülerzahlen: Die Quote der Neuankömmlinge sank von 50 auf knapp über 40 Prozent. „Früher haben einige Eltern ihre Kinder trotz Realschulempfehlung aufs Gymnasium geschickt“, nennt Heiko Knechtel, Schulleiter am Wilhelm-Busch-Gymnasium Stadthagen, eine mögliche Erklärung. Heute wählten diese Eltern womöglich lieber eine Integrierte Gesamtschule.