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Wortakrobat Karl Urban beim "Bühnensommer"

Augenzwinkernde Note Wortakrobat Karl Urban beim "Bühnensommer"

Eine traurige Erkenntnis, die die auf dem Marktplatz gefeierte zweite Ausgabe der „Bühnensommer“-Reihe gebracht hat, ist diese hier: Für Anagramme taugt der Name dieser Stadt nicht wirklich.

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Wortakrobat Klaus Urban in Aktion beim „Bühnensommer“.

Quelle: wk

Bückeburg (wk). Denn was bitte schön soll beispielsweise „Uber KGB ECU“ bedeuten? Das hatte sich auch der Wortakrobat Klaus Urban gedacht und sich statt dessen lieber dem Veranstaltungstitel gewidmet, der sich für solche Sprachspielereien, bei denen Worte in ihre Einzelteile zerlegt und aus den Buchstaben dann neue Worte zusammengesetzt werden, weitaus besser eignet.
Und so konnte er erfreulicherweise gleich eine ganze Reihe an aus dem „Buehnensommer“ gewonnenen Wortschöpfungen präsentieren, die unter anderem die Erkenntnis brachten, dass „Neben rohem Mus“ und „Boesen Hummern“ eben „Ehen brummen so“. Wie auch „Unser Mob nehme“ – ebenfalls zur Belustigung des Publikums – einen „Neuen Sommer BH“.
Der aus Hannover stammende, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Künstler zündete noch jede Menge anderer Geistesblitze. So etwa eine Satire „über die Relevanz der Prosodie beim sukzessiv selektiven Akzentuieren einer laut reproduzierten, affirmativen Grundgesetzaussage“. Soll heißen: „Es ist alles nur eine Frage der Betonung.“ Exemplarisch zog er hierfür den Artikel 3 des Deutschen Grundgesetzes heran, der lautet: „Vor dem Gesetz sind Alle gleich!“ So weit, so gut, doch letztlich sei es eben eine Frage der Betonung, wie dieser Satz zu verstehen ist, stellte Urban klar. Denn was passiert „hinter“ dem Gesetz und welches „Gesetz“ ist überhaupt gemeint? Und – last but not least – wer sind eigentlich „Alle“?
Für Lacher sorgten Urbans Satzromane. Romane, die nur aus einem Satz bestehen. Zum Beispiel: „Ganz plötzlich, auf einen Schlag, wurde die Leitplanke zur Leid-Planke“. Oder: „Sie half so selbstlos, dass sie ihr Selbst bald los war; nun hatte sie endlich Zeit für Ferien vom Ich.“ Und: „Sauer macht lustig, sagte der Wald und starb eines fröhlichen Todes.“
Überdies hatte sich Urban Gedanken über die Welt, das Thema Gerechtigkeit und den Konjunktiv gemacht und präsentierte als Ergebnis dessen sein „WDWGW“-Gedicht:
„Wenn die Welt gerecht wäre, dann wäre Karl-Theodor zu Guttenberg längst Plagiatsminister in Absurdistan“, kalauerte er. Und wenn, dann „...müssten zukünftige Minister erst alle ein Assessment-Center absolvieren, bevor sie den Job machen dürften“.

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