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Aus dem Landkreis Zahl der Flüchtlinge stagniert
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Zahl der Flüchtlinge stagniert
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00:16 22.10.2016
Die Zahl der Flüchtlinge stagniert. Quelle: Symbolfoto (dpa)
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Landkreis

Entweder weil sie freiwillig in ihre Heimat zurückkehren, was den weitaus größten Anteil ausmacht, oder weil sie abgeschoben werden. Diese Zahlen hat der Erste Kreisrat Klaus Heimann im Sozialausschuss des Kreistags mitgeteilt.

Laut den aktuellen Zahlen lebten Ende August in Schaumburg 2423 Personen, die ihren Lebensunterhalt durch das Asylbewerberleistungsgesetz finanzieren. Das entspricht 1,55 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Über 450 Wohnungen

Die Lage mit Blick auf die Unterbringung habe sich durch die sinkende Zahl an Zuzügen entspannt, berichtete Heimann. „Im Moment können wir das gut wuppen im Vergleich zur Situation vor einem Jahr.“ Inzwischen verfüge der Landkreis über 450 Wohnungen, die auch weitestgehend belegt seien, wenn auch nicht alle bis zur Kapazitätsgrenze. Teile von Gemeinschaftsunterkünften hätten aber mittlerweile stillgelegt werden können – beispielsweise in der früheren Herderschule in Bückeburg und in der früheren Pestalozzischule in Rinteln.

Die Zahl der Flüchtlinge in den beiden Gemeinschaftsunterkünften in Bad Nenndorf soll in der nächsten Zeit bis auf jeweils 50 gesenkt werden. Die Kreisverwaltung könne und wolle jetzt noch strikter das Prinzip der dezentralen Unterbringung in Wohnungen anwenden, betonte Kreisrat Heimann.

Gleichwohl halte der Landkreis an den Kapazitäten der Gemeinschaftsunterkünfte als „stille Reserve in der Hinterhand“ fest, führte Heimann aus. Denn niemand könne vorhersagen, wie sich die Flüchtlingszahlen mittelfristig entwickeln: „Da ist überhaupt keine Prognose möglich.“

Immobilien auch als Sozialwohnungen nutzbar

Heimann betonte, bei den angemieteten Wohnungen seien „keine Überkapazitäten aufgebaut worden, die Kosten verursachen“, von den genannten stillen Reserven einmal abgesehen. Sozialdemokratin Heidemarie Hanauske ergänzte, sollte die Zahl der Flüchtlinge dauerhaft sinken, könnten die Immobilien auch als Sozialwohnungen für alle dazu Berechtigten genutzt werden.

Im Unterschied zu der herrschenden Situation vor zwei Jahren, als vor allem Bürger aus Balkanstaaten ankamen, „hat es seit einem Jahr eine klare Verschiebung zu den echten Krisenregionen gegeben“, erläuterte Heimann. 31,1 Prozent der hier lebenden Flüchtlinge kommen aus Syrien, 18,5 Prozent aus dem Irak und 13 Prozent aus Afghanistan. Hingegen stammen beispielsweise nur 4,8 Prozent aus Albanien, 3,8 Prozent aus dem Kosovo und 0,4 Prozent aus Bosnien.

Die Mehrzahl der hiesigen Flüchtlinge ist jung: Knapp 60 Prozent sind jünger als 25 Jahre. Und nur 5,2 Prozent sind über 50 Jahre alt. ssr

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