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Aus dem Landkreis Zahl der Kirchenaussteiger nicht gestiegen
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Zahl der Kirchenaussteiger nicht gestiegen
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13:11 15.04.2011

Landkreis (kcg). Die katholische Kirche hat nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle Anfang 2010 mit einem massiven Vertrauensverlust zu kämpfen. So geht aus Recherchen der Wochenzeitung „Die Zeit“ hervor, dass rund 180000 Katholiken im vergangenen Jahr ihrer Kirche den Rücken gekehrt haben. Über eine Massenflucht ihrer Mitglieder müssen sich die Kirchen in Schaumburg hingegen keine Sorgen machen. 2010 sind in Rinteln 97 Katholiken und Potestanten ausgetreten –33 weniger als 2009. „Ich habe bisher keine Erfahrung damit gemacht, dass jemand seinen Austritt mit dem Missbrauchsskandal begründet“, sagt Standesbeamtin Stefanie Rubocks.
Auch in Bückeburg haben 2010 weniger Menschen die Kirche verlassen als 2009. „Im vergangenen Jahr hatten wir 78 Austritte, ein Jahr zuvor waren es 85“, berichtet Heinrich Stummeier, Standesbeamter in der Residenzstadt. Das Stadthäger Standesamt verzeichnete 2010 hingegen fünf Austritte mehr, 2009 waren es 82. Dass der Anstieg Folge der negativen Schlagzeilen ist, könne der Standesbeamte Volker May aber nicht bestätigen.

Die Zahlen deutet der katholische Dechant Stefan Bringer vor allem durch die starke Kirchenbindung der Menschen im ländlich geprägten Schaumburg. „Die persönliche Enttäuschung und Entfremdung von der Kirche muss schon sehr groß sein, wenn jemand bewusst die Kirche verlässt“, sagt der Pfarrer. Die Auswirkungen der Vertrauenskrise in die Kirche seien zudem regional unterschiedlich. In jenen Bistümern, die von den Missbrauchsfällen direkt betroffen sind, würden zahlreiche Menschen ihre Wut durch den Kirchenaustritt ausdrücken. „In Schaumburg gibt es keinen, der Opfer ist, und keinen, der Täter ist.“

Gleichwohl sehen sich auch im Landkreis die Gemeinden mit einem Mitgliederrückgang konfrontiert. Dieser sei allerdings durch den demografischen Wandel bedingt. „Wenn immer weniger Kinder zur Welt kommen, werden die Gemeinden zwangsläufig kleiner“, so Bringer.

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