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Zahl der arbeitslosen Ausländer in Schaumburg steigt

Ein schwieriger Weg Zahl der arbeitslosen Ausländer in Schaumburg steigt

Die Zahl der in Schaumburg lebenden Ausländer ohne Beschäftigung nimmt zu. Im Juni waren 978 Zuwanderer arbeitslos gemeldet, 148 mehr als im Vorjahresmonat. Das entspricht einer Steigerung um knapp 18 Prozent. Dabei handelt es sich sowohl um Menschen, die schon länger in Deutschland leben, als auch um neu hinzugekommene Flüchtlinge.

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Landkreis. Erstmals kann nach Angaben der Arbeitsagentur die Zahl der Flüchtlinge konkretisiert werden, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich um Arbeit oder Ausbildung bemühen. Demnach waren im Juni 275 Geflüchtete bei den Jobcentern und Arbeitsagenturen in Schaumburg als arbeitslos gemeldet, das entspricht einer Quote von 5,6 Prozent aller Erwerbslosen im Landkreis. Weitere 168 Asylbewerber befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen oder waren erwerbstätig und suchten eine Stelle.

Verschiedene Aufgabenbereiche

Für Flüchtlinge, deren Asylantrag gewährt wurde, ist das Jobcenter zuständig. Asylbewerber und geduldete Flüchtlinge fallen in den Aufgabenbereich der Agentur für Arbeit.
Dabei ist jedoch zu beachten, dass Flüchtlinge erst drei Monate nach ihrer Einreise überhaupt Zugang zum Arbeitsmarkt haben. Bei laufenden Asylverfahren ist zudem die Zustimmung der Ausländerbehörde notwendig. „Und die Asylverfahren dauern“, wie die Sprecherin der Arbeitsagentur Hameln, Christina Rasokat, betont.
Dabei seien die meisten der Geflüchteten hoch motiviert, Arbeit zu finden. „Die Leute scharren mit den Hufen, weil es ihnen viel zu langsam geht mit der Vermittlung“, berichtet die Behördensprecherin.
Gleichzeitig müsse man klarstellen: „Flüchtlinge sind nicht die Fachkräfte von heute, auch nicht von morgen, sondern von übermorgen.“ Es gelte dabei zu bedenken, dass die Menschen aus ganz anderen Kulturkreisen kommen, ganz andere Sprachen sprechen und eine ganz andere Schrift verwenden.
Jeder Asylbewerber im erwerbsfähigen Alter durchläuft zunächst ein Anerkennungsverfahren bei der Industrie- und Handelskammer (IHK), bei dem der im Heimatland erworbene Berufsabschluss mit deutschen Standards verglichen wird. Von den Geflüchteten in Schaumburg, die bereits von der IHK überprüft wurden, haben weniger als zehn Prozent einen in Deutschland anerkannten Berufsabschluss, lautet die Zwischenbilanz der Arbeitsagentur.

Viele Chancen

„Vielen Geflüchteten müssen wir den Sinn einer Ausbildung erstmal nahe bringen, weil sie das aus ihrer Heimat gar nicht kennen“, berichtet Rasokat. Dass es in Deutschland mehr als 400 Ausbildungsberufe gibt, sei weltweit einmalig. Gleichzeitig erschwere es für die Betroffenen den Zugang zu Berufen, weil es derart spezialisierte Ausbildungen in den Herkunftsländer oftmals nicht gebe.
Dennoch streben nach Angaben von Rasokat viele der Menschen ein Studium an, vor allem Medizin, Jura und Ingenieursberufe stünden hoch im Kurs – Berufszweige, die auch in den Herkunftsländern besonders anerkannt seien. Darüber hinaus wollen laut Arbeitsagentur viele als Helfer in der Landwirtschaft, auf dem Bau oder in der Industrie arbeiten, um möglichst schnell ihre Familien finanziell unterstützen zu können.

ber

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