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„Ziel löblich, aber kaum Gedanken zur Umsetzung“

Landkreis / Inklusion „Ziel löblich, aber kaum Gedanken zur Umsetzung“

Verärgert eingedroschen worden ist im Schulausschuss des Kreistags in dessen jüngster Sitzung auf das Land Niedersachsen. Grund: Die UN-Vorgabe unter dem Motto „Inklusion“ werde vom Landesgesetzgeber sträflich unzureichend vorbereitet und finanziell auf Kosten der Kommunen umgesetzt. Nach dieser sollen bis spätestens 2018 alle Schüler mit Förderbedarf, deren Eltern das wünschen, in Regelschulen unterrichtet werden.

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Die Entwicklung soll vom integrativen Unterricht – wie hier an der IGS in Stadthagen – hin zur inklusiven Beschulung aller Kinder gehen.

Quelle: Foto: dpa

Landkreis (ssr). Sprecher von Kreisverwaltung und Fraktionen betonten, die Zielsetzung, allen Schülern mit Förderbedarf mittelfristig einen gleichberechtigten und barrierefreien Zugang zu Regelschulen zu ermöglichen, sei grundsätzlich richtig. Bei den Themen Tempo, Personalausstattung, Qualifizierung der Lehrer, Kosten und konkrete Vorgaben zur Umsetzung fühle man sich als kommunaler Schulträger vom Land aber bisher völlig alleine gelassen.

Kreisschuldezernentin Katharina Augath formulierte dies so: „Wille und Ziel sind löblich, aber auf Landesebene macht man sich um die konkrete Umsetzung vor Ort bisher kaum Gedanken.“ Klaus Wißmann (SPD) wurde, was das Umsetzungsgebaren des Landes angeht, deutlicher: „Eine Frechheit, für die mir jedes Verständnis fehlt.“

Die Inklusion soll schon im Schuljahr 2013/14 beginnen. Für eine Übergangsfrist bis 2018 reicht eine inklusive Grundschule pro Stadt oder Samtgemeinde. Und bis dahin wird kreisweit zunächst je eine so genannte Schwerpunktschule für jede Art der Förderung (geistige Entwicklung, Lernen, körperliche und motorische Entwicklung, soziale und emotionale Entwicklung sowie Sehen und Hören) verlangt. „Diese Voraussetzungen erfüllen wir in Schaumburg schon jetzt“, stellte Augath fest.

Doch was wird ab 2018, wenn laut aktuell vorliegendem Gesetzentwurf uneingeschränkt jede Schule jede Art von Förderbedarf lösen können muss? „Das würde immense Kosten verursachen“, sagte Augath und nannte ein Beispiel: „Allein ein Aufzug kostet um die 300000 Euro.“ Auch die Ausstattung von Unterrichtsräumen etwa für Schüler mit Hör- oder Seh-Handicaps sei kostenintensiv. Dafür müssten die Kommunen angemessen Geld erhalten. „Es geht nicht, an allen Schulen alles vorzuhalten“, legte sich Heiko Tadge (CDU) fest: „Je eine Schwerpunktschule kreisweit pro Förderart sollte auch langfristig ausreichen.“

Herwig Henke (SPD) betonte, ein Riesenproblemn stelle bislang die geplante Ausstattung mit zusätzlichen Lehrerstunden für die Förderbedarfe dar. Der Gesetzentwurf sehe nur zwei Wochenstunden pro betroffener Schulklasse vor: „Bleibt es dabei, wird die Sache zur Mogelpackung.“ Richard Wilmers (WIR) sprach gar von „Versündigung an den Betroffenen“, wenn es bei derart schmalen Ressourcen bleibe: „Dann wäre es ehrlicher, man belässt alles beim Alten.“

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