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Zu Weihnachten füllen sich die Kirchen

Feiertags-Gottesdienste Zu Weihnachten füllen sich die Kirchen

Eine Mehrheit der Deutschen wird an den Weihnachtsfeiertagen wohl nicht in die Kirche gehen. Zumindest geht das aus zwei aktuellen Umfragen hervor. Über leere Gotteshäuser können sich indes die Gemeinden in Schaumburg nicht beschweren, erklären die hiesigen Kirchenvertreter. Die Besucherzahlen stiegen vielmehr.

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So leer wie am Donnerstagnachmittag wird es morgen zu den Heiligabend-Gottesdiensten in der St.-Martini-Kirche nicht mehr sein.

Quelle: rg

LANDKREIS. Nicht umsonst würden an Heiligabend in allen Gemeinden gleich mehrere Gottesdienste veranstaltet.

Zahl der Gottesdienst-Besucher steigt

 Landesbischof Karl-Hinrich Manzke würde die Ergebnisse der Umfrage aus diesem Grund auch positiv auslegen: „Die Hälfte der Deutschen wird an Weihnachten in die Kirche gehen.“ Dass die Besuchszahlen der Gottesdienste in der Landeskirche Schaumburg-Lippe seit Jahren steigen, kann Manzke mit Zahlen untermauern: Gab es im Jahr 2010 in den veranstalteten 85 Gottesdiensten im Landkreis 27500 Kirchgänger, stieg die Zahl seitdem kontinuierlich. Im vergangenen Jahr waren es bei 84 Gottesdiensten bereits 28927 Besucher.

 Für Martin Runnebaum, Superintendent Bezirk Ost, ist es das erste Weihnachtsfest in Stadthagen, ist er doch erst seit Februar Pastor der St.-Martini-Gemeinde. Er sei schon sehr gespannt, wie hier die Resonanz ausfalle. Aber aus seiner bisherigen Zeit als kirchlicher Seelsorger – die vergangenen 26 Jahre war er in der Synode Hannover aktiv – könne er nicht bestätigen, dass die Zahl der Kirchgänger zu Weihnachten abgenommen habe. Für viele Menschen gehöre der Besuch nach wie vor dazu, denn: „Weihnachten weckt Erinnerungen an die Kindheit.“ Er habe eher die Erfahrung gemacht, dass zu Ostern, dem wichtigsten Fest der christlichen Kirche, die Gottesdienstbesucher weniger würden. „Da hat ein gesellschaftlicher Wandel stattgefunden.“

1800 Kirchgänger in Seggebruch

 1800 Kirchgänger an Heiligabend bei insgesamt 3400 Gemeindegliedern findet Burkhard Peter ein mehr als zufriedenstellendes Ergebnis. Der Seggebrucher Pastor steht der Gemeinde seit zehn Jahren vor und hat auch das Gefühl, dass die Besucherzahlen zu Weihnachten eher noch steigen würden. Und anders als gedacht, seien es nicht die Jüngeren, die auf den Besuch in der Kirche verzichteten, sondern verstärkt Ältere, die den Weg nicht mehr auf sich nehmen wollten. Der Altersdurchschnitt in seiner Gemeinde sei deutlich gestiegen: „Der Anteil der Über-80-Jährigen liegt um ein Drittel höher als noch vor zehn Jahren.“

 Der Erhebung für den Focus zufolge planen 46 Prozent der Deutschen den Besuch eines Gottesdienstes an den Feiertagen, 53 Prozent würden dagegen nicht in die Kirche gehen. Die Umfrage für die Bild kommt zu dem Ergebnis, dass sogar nur jeder vierte Deutsche (24 Prozent) in diesem Jahr einen Weihnachtsgottesdienst besuchen will.

Über Besucherzahlen im vierstelligen Bereich freut sich indes jedes Jahr die Stadtkirche in Bückeburg. „Beide Kirchen platzen an den Feiertagen aus allen Nähten“, freut sich Oberprediger Wieland Kastning. Die Kirchengemeinde hat immer ein anspruchsvolles Programm für Jung und Alt. „Besonders der Familiengottesdienst ist immer sehr gut besucht.“ Als Grund für die gutbesuchten Gottesdienste zur Weihnachtszeit sieht Kastning die Erinnerung an die Zusammenkunft: „Bei diesem Fest ist immer sehr viel Gefühl dabei.“ Das Weihnachtsfest sei zudem bei vielen Menschen tief in den Gemütern.

Sehnsucht nach Frieden

 Auch in Rinteln kann von einem Rückgang der Besucher zum Weihnachtsgottesdienst nicht gesprochen werden. „Es kommen immer über 1000 Menschen und nehmen an unserem besonderen Gottesdienst teil“, erklärt Superintendent Andreas Kühne-Glaser und spricht damit den 17 Uhr beliebten Gottesdienst an Heiligabend an, der immer neben der Kirche stattfindet. „Jeder hat viel Platz, was auch besonders für Eltern mit Kinderwagen angenehm ist.“ Kühne-Glaser ist sich sicher, dass Weihnachten die Menschen über den Konsum hinaus in den Herzen berührt. „Da kommt die Sehnsucht nach dem Frieden und den Familien auf“, erklärt der Superintendent. „Es ist eine Zeit, in der der Wunsch nach Trost groß ist und die Leute sich gutes zu sagen lassen möchten.“

 Und auch bei den katholischen Gemeinden ist offenbar kein Rückgang an den Festtagen zu verspüren. Pfarrer Stephan Uchtmann von der Sankt-Joseph-Gemeinde in Stadthagen wird an Heiligabend, da ist er sicher, mindestes „650, wenn nicht sogar 700 Besucher“ in der Kirche begrüßen können. Dies seien doppelt so viele, wie an einem normalen Gottesdienst.  col/vr

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