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Zu groß für den Budenzauber?

Riesige Rintelner Weihnachtspyramide Zu groß für den Budenzauber?

Für „gänzlich überdimensioniert“ hält die Stadt Hameln die Weihnachtspyramide, für die ein Rintelner Betreiber nun einen Platz auf dem Hamelner Weihnachtsmarkt erstritten hat.

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Zwölf Meter hoch und acht Meter breit ist die Pyramide eines Rintelner Betreibers, die möglicherweise bald auf dem Hamelner Weihnachtsmarkt stehen wird. Die Stadt Hameln findet die Ausmaße unpassend.

Quelle: r

Landkreis. Sie befürchtet, dass die „Kleinteiligkeit des Budenzaubers verloren gehen könnte“.

 Ganze zwölf Meter hoch und acht Meter breit ist die Pyramide aus dem Erzgebirge, in der Glühwein ausgeschenkt wird – weit von dem entfernt, was die Stadt sich vorgestellt hat. Damit geht der Ärger um die Standplatzvergabe auf dem Weihnachtsmarkt in eine weitere Runde.

 „Nicht ohne Grund forderten die Vergaberichtlinien eingeschossige Stände mit Sattel- oder Giebeldach“, heißt es aus dem Hamelner Rathaus. In dasselbe Horn stößt auch Peter Ehlerding, Vorsitzender der IG Weihnachtsmarkt: „Wir waren uns immer einig, dass der Markt heimelig und kleinteilig bleiben soll.“

 Bereits im Jahr 2010 habe das „Haus vom Nikolaus“, das mit seiner Breite fast ein komplettes Fachwerkhaus mit Lokal verschwinden lassen konnte, so die Stadt, für Ärger bei dem betroffenen Einzelhändler gesorgt. Die Pyramide des Rintelners bekommt ihren Platz am Eingang der Ritterstraße, direkt vor dem Brunnencafé. Betreiberin Janine Hakemeyer ist zwar nicht begeistert, sagt aber auch: „Wir wissen das ja vorher, dass wir die Flächen zum Weihnachtsmarkt freigeben müssen.“ Schließlich würde dies vorher in den Sondernutzungsverträgen mit der Stadt geklärt. Insofern müsse man das eben hinnehmen.

 Noch vor wenigen Wochen war die Hamelner Stadtverwaltung der Hoffnung, die Rintelner Pyramide abwehren zu können. Doch das Verwaltungsgericht Hannover machte nun im Eilverfahren den Weg für die Pyramide frei. Das reguläre Auswahlverfahren mit Punktevergabe, mit der die Stadt üblicherweise die Buden-Konkurrenz in eine Reihenfolge bringt, könne hier nicht angewandt werden, so das Gericht, denn die Pyramide hebe sich durch ihre äußere Gestaltung von den anderen Ständen ab und sei ein „unvergleichbarer Blickfang“, zitiert die Stadt aus der Begründung des Gerichts. Mehr noch: Die Pyramide des Rintelners füge sich besonders positiv in das weihnachtliche Ambiente ein. Geschmäcker sind offenbar sehr unterschiedlich.

 Für die Stadt Hameln ist die Entscheidung ein herber Schlag, denn sie schränkt die Planungssicherheit erheblich ein. Die Befürchtung: Jeder Betreiber einer Bude, die nicht der klassischen „Hütte“ entspricht, könnte sich mit Ständen in Form von Weihnachtspyramiden einklagen. Das Auswahlverfahren sei dann ad absurdum geführt.

 „Wir als Stadt hätten keine Möglichkeit mehr, unser Konzept durchzusetzen“, kritisiert die Stadtverwaltung. Und in einem weiteren Punkt widerspricht sie der Einschätzung des Gerichts: Weihnachtspyramiden seien schon lange nichts Besonderes mehr. Um ähnliche Probleme zu vermeiden, wolle man jetzt den Kriterienkatalog erweitern. Wie das konkret aussehen soll, konnte die Verwaltung noch nicht sagen.

 Ob der Rintelner Betreiber seine Pyramide überhaupt aufbauen will, war bis jetzt nicht zu klären. Auf eine Anfrage reagierte er nicht. Denkbar ist auch, dass die Pyramide bereits anderweitig verplant ist und der Mann bloß aus Prinzip Widerspruch eingelegt hat. Die Stadt Hameln hingegen geht erst mal davon aus, dass der Betreiber seine Chance nutzen wird, „wenn er sich schon so bemüht“. Doch die Stadt will die Entscheidung nicht auf sich sitzen lassen: Auch wenn mit dem Eilantrag die Pyramide ihren Platz gesichert hat, will die Verwaltung die Grundsatzentscheidung geklärt wissen – und legt Beschwerde dagegen ein.

 Ein aufwendiges Buden-Rücken, wie vom Fachbereich der Stadt zunächst befürchtet, bleibt aber aus. Die Pyramide kann laut Stadt „problemlos“ untergebracht werden, weil ein anderer Standbetreiber seine Bewerbung zurückgezogen hat.

von Andrea Tiedemann

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