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Zu viele Lebensmittel landen in der Tonne

Landkreis / Lebensmittelverschwendung Zu viele Lebensmittel landen in der Tonne

Pro Kopf und Jahr werfen die Deutschen 82 Kilogramm an Lebensmitteln weg – insgesamt summiert sich das auf rund elf Millionen Tonnen, die entsorgt werden. „Es tut mir in der Seele weh, wenn ich solche Zahlen höre“, hat Klaus Pittack, Vorsitzender des Kreisverbandes Schaumburg des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, in Anlehnung an die in den Medien kursierenden Zahlen gesagt.

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Rund elf Millionen Tonnen an Lebensmitteln werden pro Jahr in Deutschland entsorgt.

Quelle: Foto: dpa

Landkreis (par). Hotels sowie Gastronomie- und andere Versorgungseinrichtungen sind zwar nur für 17 Prozent der Abfälle verantwortlich, dennoch beläuft sich dort die Summe auf knapp zwei Millionen Tonnen bundesweit pro Jahr. Eine Erklärung, warum immer mehr Lebensmittel weggeworfen werden, hat Pittack, der Inhaber von zwei Hotels in Bad Nenndorf ist, ebenfalls. „Die heutige Generation denkt anders. Es ist eine Sache der Erziehung, denn früher haben wir noch aufgegessen, was auf dem Teller war.“

Als besonders schlimm bezeichnet der Hotelier das Verhaltern vieler Menschen, die sich beim Büfett „die Teller so richtig vollschlagen und ihn nach wenigen Bissen zurückgeben“. Die von den Hotels produzierten Abfälle würden sich hingegen in Grenzen halten. „Eine gute Küche hat kaum Abfälle.“ Mithilfe einer funktionierenden Logistik und Erfahrungswerten könne man es schaffen, dem entgegenzuwirken.

Nach Angaben einer von Verbraucherministerin Ilse Aigner vorgestellten Studie sind fast die Hälfte der Nahrungsmittel, die ohne Not im Müll landen, Gemüse (26 Prozent) und Obst (18 Prozent). „Wenn ein Apfel Stellen hat, wird er dem Gast nicht mehr vorgesetzt, sondern wird in der Küche verarbeitet – weggeschmissen wird er bei uns nicht“, stellte er klar.

Ernst Wilhelm Gerland, Besitzer des Gasthauses Gerland in Nienbrügge, empfiehlt Gastronomen, die Speisekarten übersichtlicher zu gestalten. „Die Besucher können sich darauf verlassen, dass das Essen frisch ist und unnötige Abfälle können vermieden werden.“ Er ist zudem kein Freund von Büfetts. „Sie sind immer sehr umfangreich gestaltet, und vieles davon geht immer wieder zurück – wir setzen auf à-la-carte-Essen.“ Was bereits serviert worden ist, dürfe er nicht den Tafeln zur Verfügung stellen. „Aus Hygienegründen“, wie Gerland mitteilte.

Als „sehr ärgerlich und unverständlich “ bezeichnete eine Mitarbeiterin der Stadthäger Tafel die Tatsache, dass Lebensmittel tonnenweise weggeworfen werden. „Die Menschen müssen verantwortungsbewusster damit umgehen – die Armut steigt.“ An Dosen, Gemüse und noch verpackten Lebensmitteln sind die Tafeln stets interessiert. „Das Annehmen von Büfett-Resten ist uns strikt untersagt, was teilweise ärgerlich ist“, erklärte die Mitarbeiterin.

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