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Zugreifen darf jeder

Landkreis Zugreifen darf jeder

Knorrige Apfelbäume am Straßenrand mit verlockend rotbäckigen Früchten, üppig behangene Schlehenbüsche in der Feldmark und mit Obstgewächsen bestandene kommunale Ausgleichsflächen: Wer darf Obst von diesen Bäumen und Büschen ernten? Wir haben uns im Landkreis umgehört.

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Das Werfen schadet nicht, die Äpfel kommen in die Mosterei: Bernhard Solasse sammelt Straßenobst zwischen Hülsede und Meinsen.

Quelle: sk

Landkreis. Die Antwort auf die Frage ist einfach: im Prinzip jeder. Wegen haftungsrechtlicher Aspekte mag jedoch so manche Kommune keine offizielle Erlaubnis herausposaunen. Was passiert, wenn an einer Kreisstraße jemand Äpfel pflückt und dabei zu Schaden kommt?“, fragen zum Beispiel Ulrich Tack von der Unteren Naturschützbehörde des Landkreises und auf Gemeindeebene der Lauenauer Bürgermeister Ralf Sassmann.

 Gleichwohl sei nichts dagegen zu sagen, wenn sich jemand eine Tüte Obst mitnehme und dieses nicht auf dem Boden verfault. „Es ist kein Diebstahl“, definiert der Bückeburger Bauamtsleiter Jörg Klostermann für das Bückeburger Terrain. „Man darf sich bedienen“, sagt Gerd Widdel, Bürgermeister in Nienstädt für seine Gemeinde.

 Möchte man einen ganzen Baum abernten, sollte man sich auf jeden Fall zuvor vergewissern, ob dieser tatsächlich auf öffentlichem Grund steht, empfiehlt für die Gemeinde Lindhorst Mitarbeiterin Andrea Sempf. Und es sei angebracht, bei der Gemeinde die Erlaubnis einzuholen.

 So kennt es auch die Hülseder Bürgermeisterin Marion Passuth. Bei ihr erkundigt sich Jahr für Jahr ein Mann, ob er die Apfelbäume an der Landstraße zwischen Hülsede und Meinsen ernten könne: Bernhard Solasse. Die Erlaubnis gibt Passuth dem 75-jährigen Lauenauer nach eigenen Angaben immer wieder gern.

 Dass das Obst an den Straßen verkommt, weil es nicht geerntet wird, kann der 75-Jährige schlecht ertragen: „Dann könnte ich manchmal weinen.“ Der Lauenauer wird darum aktiv und sammelt und pflückt Äpfel an der Straße und auf anderen öffentlichen Flächen – nicht zum Eigenbedarf, wie er versichert. Im vergangenen Jahr hat Bernhard Solasse mehr als 2000 Kilogramm Äpfel zur Mosterei nach Eimbeckhausen gebracht und dafür reichlich Apfelsaft erhalten. Diesen spendete er unter anderem an Kindergärten.

 Wer beim Straßenobst eventuelle Belastungen durch Schwermetalle fürchtet, muss dennoch nicht auf kostenloses Obst verzichten. Viele Gemeinden haben in den neunziger Jahren Streuobstwiesen unter anderem auf Ausgleichsflächen angelegt. Die Stadt Stadthagen verzeichnet diese Wiesen auf ihrer Homepage und zwar unter der Rubrik „in Stadthagen“ und dort unter „Umwelt und Natur“. In Haste findet sich eine solche Wiese – angepflanzt sind alte Obstsorten – unter anderem im Haster Wald. Die Gemeinde Lindhorst will im kommenden Jahr eine Ausgleichfläche im Süden des Ortes als Streuobstwiese gestalten. sk

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