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Zugstrecke Minden-Hannover: Falsche Weichenstellung befürchtet

Bückeburg / Minden Zugstrecke Minden-Hannover: Falsche Weichenstellung befürchtet

Einen fachlichen Fehler mit großer Tragweite hat Lothar Ibrügger, ehemaliger parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, in der im Juni vorgelegten Verkehrsprognose für die Bahn entdeckt.

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Quelle: SN

Bückeburg/Minden. Die Folgen, so der Verkehrsexperte, könnten für die heimische Region dramatisch sein.

 Die sogenannte Südtrasse ist eine Strecke von Löhne über Bad Oeynhausen, Hameln und Hildesheim bis zum Containerumschlagplatz in Lehrte, der in zwei Jahren fertiggestellt sein soll. Ginge es nach dem Land Niedersachsen, könnte die Strecke ausgebaut werden, um die wachsenden Verkehrsmengen auf der Ost-West-Verbindung aufzunehmen (wir berichteten). Dagegen befürwortet das Land Nordrhein-Westfalen den Ausbau der Nordtrasse auf der Strecke Minden-Hannover.

 Seit fast 100 Jahren wird der Bahnverkehr auf vier Gleisen zwischen Minden und Hamm abgewickelt. Hinter der Weserstadt bis Haste ist die Kapazität jedoch halbiert. „Schon 2003 wurde gesetzlich der Ausbau dieses Teils entschieden“, sagt Ibrügger. Es sei damals erkannt worden, dass der zweigleisige Abschnitt in Richtung Hannover zu den am stärksten belasteten Strecken im norddeutschen Raum gehöre. Allerdings habe der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn erklärt, dass kein Geld für den Ausbau vorhanden sei. „Die Notwendigkeit dieser Maßnahme hat der Bahnvorstand aber bis heute nicht bestritten.“

 Was Ibrügger auf den Seiten 172 und 176 der Verkehrsprognose vor allem stört, ist, dass ein vordringlicher Bedarf für den Ausbau der Südtrasse dargestellt wurde. „Das ist alarmierend und steht im Widerspruch zum gültigen Schienenwegeausbaugesetz“, meint der Diplom-Ingenieur. Die Südtrasse werde niemals realisiert, da sie nachrangig sei. Da sie allerdings in der Prognose, die auch dem Bundesverkehrsausschuss zugeleitet sei, eine falsche Rolle spiele, könne dies dazu beitragen, dass die Politik die Nordtrasse nicht weiter verfolge.

 Rund 90 000 Züge – ein Drittel davon im Güterverkehr – verkehren jährlich zwischen Minden und Haste. Sollte durch zwei weitere Gleise die Kapazität auf der Schiene zunehmen, wächst die Belastung für den Großraum Hannover. „Die dann steigenden Verkehrsmengen müssen durch Ausbaumaßnahmen bewältigt werden“, sagt Ibrügger, der in der Südtrasse das größere Übel sieht. „Einen Riesenproteststurm gibt es nämlich schon jetzt im Weserbergland gegen die Südtrasse,“ sagt der Infrastrukturexperte zu der Alternative. Die Bahn ermittelte laut Ibrügger ein Aufkommen von 180 Zügen täglich auf der Strecke. „Bei dieser Belastung steht die Existenz des Kurortes Bad Oeynhausen mit mehr als 100 Kliniken auf dem Spiel.“ Im weiteren Verlauf komme es zu Konflikten mit Hamelner Siedlungsgebieten, die sich entlang der Strecke befänden.

 Gegen den viergleisigen Ausbau zwischen Minden und Haste mit einer neuen Trassen-Tangente zwischen Bückeburg und Porta – Minden außen vor lassend – gab es aber auch schon damals heftige Proteste in der Region. Erinnert sei nur an die Bürgerinitiative „Bigtab“.mt,sk,rc

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