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Zukunft des Katastrophenschutzes ungewiss

Landkreis / Katastrophenschutz Zukunft des Katastrophenschutzes ungewiss

Das Aussetzen der Wehrpflicht könnte sich in Zukunft auch auf den Katastrophenschutz (KatS) der Kreisfeuerwehrbereitschaften (KFB) in Schaumburg auswirken, denn rund 80 Prozent der Mitglieder dieser Spezialeinheit waren bisher vom Wehrdienst freigestellt. Das berichtete Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote.

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Die Kreisfeuerwehrbereitschaft Nord übt regelmäßig für den Ernstfall.

Quelle: kil

Landkreis . Landkreis (kil). Mit dem Ende des Wehr- und Zivildienstes sind auch die Ersatzdienstleistenden zum 1. Juli offiziell entpflichtet worden. Bis dahin konnte man sich, statt zur Bundeswehr zu gehen, für vier Jahre beim Katastrophenschutz verpflichten. Das betrifft nach Angaben der Kreisverwaltung etwa 170 Freiwillige. Zwar habe bisher noch niemand seinen Dienst quittiert, über die langfristige Entwicklung der Personalstärke sind sich Landkreis und KFB aber unsicher.

Der KatS kommt unter anderem bei Hochwasser und großen Bränden zum Einsatz. Im Landkreis teilt sich die Einheit in die KFB Nord und Süd auf. „Die Kreisfeuerwehrbereitschaft ist in den letzten Jahren immer öfters alarmiert worden,“ erzählte Grote. Wie es in Zukunft weiter gehe, sei unklar. Dazu sei die Veränderung noch „zu frisch.“ Würden viele ihren Dienst beenden, wäre das schlimm. „Ich hoffe aber, dass viele der Einsatzkräfte auch weiterhin bleiben.“ Weil die meisten sowieso in der Feuerwehr aktiv seien, sei er optimistisch.

Reiner Wessling, verantwortlich für den 3. Zug der KFB Süd, zeigte sich ebenso zuversichtlich. „Trotz Wegfall des Ersatzdienstes hat sich bisher keiner von meinen Leuten abgemeldet.“ Nachwuchssorgen bestünden derzeit nicht. Wie sich die Auswirkungen aber längerfristig entwickeln werden – das stehe noch in den Sternen.
Rainer Pflugradt, Ortsbrandmeister in Stadthagen ist besorgt. Die Truppe in Stadthagen bestehe mit 18 Mitgliedern ausschließlich aus Freigestellten.

„Es haben alle erklärt, dass sie auf freiwilliger Basis weitermachen wollen. Momentan haben wir eine gute Truppe“, erklärte Pflugradt. „Die Kreisbereitschaft wird weiterhin Bestand haben, ist er überzeugt. „Das Problem sehe ich eher bei den überörtlichen Einsätzen.“ Die neue gesetzliche Regelung verpflichte den Arbeitgeber nämlich nur dazu, seine Angestellten für kreisweite Einsätze freizustellen, aber nicht mehr für landesweite Notfälle. Gerade die Zahl dieser Einsätze seien in der Vergangenheit aber gestiegen. „In diesem Punkt sehe ich ein Problem auf uns zukommen,“ äußerte Pflugradt.

Dennis Pörtge, Zugführer des 3. Zuges der KFB Nord, ist nicht sicher, ob sich die Entpflichtung auf längere Sicht auf die Personalstärke auswirken werde. 16 von 22 Mitgliedern des Zuges seien Freigestellte. „Ohne sie wären wir nicht handlungsfähig“, sagte er. „Bisher hat sich noch niemand abgemeldet.“ Unsicherheit bestehe darüber, wie es nach den Ferien weitergehe. Pörtge fürchte allerdings, dass ein Großteil früher oder später seinen Dienst quittieren werde.

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