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Zukunft in den Wolken

Landkreis / GEW-Versammlung Zukunft in den Wolken

Wie geht es mit den Schulen im Landkreis Schaumburg in den kommenden Jahren weiter? Darüber haben Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aus Schaumburg am Montagabend in der "Alten Polizei" diskutiert. Eine Lösung der anstehenden Probleme ist allerdings auch nach diesem Abend nicht in Sicht.

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Landkreis. „Unsere Interna sind eigentlich über den NSA bekannt“, begrüßte GEW-Vorsitzender Friedrich Lenz Katharina Augath, als sie fragte, ob sie draußen warten solle. Die Kreisschuldezernentin war zusammen mit Schulamtsleiter Ralf Mahnert eingeladen worden, um einen Ausblick auf die Entwicklung der Schulen im Landkreis in den kommenden 15 Jahren zu geben und zu zeigen, „was uns als Schulträger bewegt“, wie Augath es formulierte. „Wir stehen vor der Herausforderung, dass wir in den nächsten Jahren gut ein Drittel der Schüler verlieren“, sagte sie mit Blick auf die durchschnittlichen Schülerzahlen. Zwar erwartet der Landkreis für die kommenden Jahre eine leichte Erholung der Geburtenrate, der „Kuchen“ der Schüler werde, so Augath, kleiner, der Wettbewerb unter den Schulen daher stärker. Dabei schließt sie auch Schulen aus den Nachbarkreisen ein, etwa die Goetheschule in Barsinghausen, eine Kooperative Gesamtschule (KGS). Dennoch besteht derzeit nach Einschätzung des Landkreises kein Bedarf, einen Standort aufzugeben.

Als zweite Herausforderung sieht Augath die Inklusion. Hierbei müsse der Landkreis als Schulträger sächliche Voraussetzungen schaffen, etwa Aufzüge und spezielle Tonanlagen. Der Landkreis habe Schwerpunktschulen gebildet, um die Kosten im Rahmen zu halten. „Wir können es uns nicht leisten, alle Schulen ad hoc barrierefrei zu gestalten“, stellte Augath klar. Dies müsse nach und nach geschehen.

Schulamtsleiter Mahnert ging anschließend ins Detail und wagte eine Prognose für die Schaumburger Schulen. Fakt ist bereits: Drei Haupt- und Realschulen laufen 2014 aus. Darüber hinaus rechnet der Landkreis mit folgendem Szenario Die Oberschule in Bückeburg beispielsweise, bislang zweizügig, könnte im Schuljahr 2022/23 einzügig werden, für das dortige Gymnasium Adolfinum – bislang vier- bis fünfzügig im Sekundarbereich I, sechszügig in der Oberstufe – soll bis 2022/23 vier- bis fünfzig laufen. Leichte Rückgänge werden auch bei der Oberschule und dem Ernestinum in Rinteln erwartet. Für Stadthagen – die Prognose bezieht sich auf das Wilhelm-Busch-Gymnasium und die Integrierte Gesamtschule (IGS) Schaumburg, beim Ratsgymnasium werden allerdings ähnliche Zahlen erwartet –, prognostiziert der Landkreis gleichbleibende Schülerzahlen im Sekundarbereich I. Die Oberstufe, so Mahnert, sei schwer planbar, man rechne dort mit mehr Schülern. In Nenndorf, Rodenberg, Nienstädt und Niedernwöhren seien jeweils leicht rückläufige Schülerzahlen möglich.

Nur sehr vage Auskünfte gab es seitens Augaths und Mahnerts zur Zukunft der Oberschule in Lindhorst und zur Frage nach weiteren IGSen im Kreis. Dietmar Buchholz, der an der Lindhorster Schule lehrt, sagte, nach den Ausführungen Augaths und Mahnerts seien weitere IGSen eher unwahrscheinlich, die Zukunftsaussichten der Lindhorster Schule seien eher wolkig. „Eine IGS kann nur funktionieren, wenn sie eine gewisse Durchmischung hat“, entgegnete Augath, dem sei angesichts der Anzahl von Schülern mit Gymnasialempfehlung Grenzen gesetzt. „Wir wollen hier qualitativ hochwertige Schulen haben.“ Eine IGS müsse außerdem über die Dauer von zehn Jahren mindestens vierzügig laufen, ergänzte Mahnert, unter eng gefassten Bedingungen sei dies auch dreizügig möglich. Außerdem darf keine andere Schule in ihrem Bestand gefährdet werden.

Augath und Mahnert traten dem schlechten Image der Oberschulen entgegen und warnten davor, diese Schulform „totzureden“. Außerdem kündigten sie neue Konzeptideen für die Schulpolitik an – auch mit Blick auf das Thema IGS und vor dem Hintergrund der Pläne der jetzigen Landesregierung. Diese sollen allerdings erst am 25. November im Schulausschuss des Landkreises vorgestellt werden. Zu Details wollten sich beide während der GEW-Sitzung nicht äußern.

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