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Der Baum des Jahres 2017 Zurück zur Vielfalt

„Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft“ oder Inbegriff naturferner Monokultur – die Fichte, der aktuelle Baum des Jahres, spielt auch im heimischen Wald eine Rolle. Für Kreisförster Lothar Seidel nicht zu unrecht, denn in den vergangenen 27 Jahren seien es eher die Exoten gewesen, denen die Silvius-Wodarz-Stiftung die Ehrung erwiesen hat.

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Die Fichte ist Baum des Jahres. Auch in Schaumburg ist sie zu bewundern.

Quelle: dpa

LANDKREIS. Einen Anteil von einem Viertel am Kreisforst hat das Nadelholz, wobei der Schwerpunkt auf dem Bückeberg liegt. Im Schaumburger Wald, bei Hagenburg und Wiedenbrügge finden sich überwiegend die Laubbäume Eiche und Buche. Der Orkan „Kyrill“ hatte sich vor zehn Jahren zum wahren Fichten-Killer ausgewachsen: Auf einer Fläche von 100 Hektar hat der Sturm Bäume gefällt und damit 4000 Festmeter Holz anfallen lassen. Wegen des flacheren Wurzeltellers fällt die Fichte höheren Windstärken leichter zum Opfer.

Ein begehrter Baustoff

Ursprünglich ist sie auf dem Bückeberg auch nicht beheimatet. Nach der letzten Eiszeit bestimmte dort wie andernorts der Buchenwald das Bild. Um den wirtschaftlichen Bedarf am Rohstoff Holz decken zu können, forstete der Mensch über die Jahrhunderte aber immer mehr mit der anspruchslosen Fichte auf. Als Grubenholz fand sie ihren Weg in die Schaumburger Schächte und noch heute ist das Nadelholz als Baustoff begehrt.

Die Monokultur in den Wäldern hat ihre Schattenseiten. Der Borkenkäfer oder parasitäre Pilze können Fichtenwälder flächendeckend gefährden, auch die durch den Klimawandel ausgedehnteren Trockenphasen können die Bäume schwächen. Sogar die Fichte selbst kann ihrem Lebensraum schaden, weil sich die Nadelstreu nur langsam zersetzt und der Boden dadurch innerhalb weniger Jahrzehnte übersäuern kann und Nährstoffe verliert.

Einen Schritt zurück zur Natur

„Seit 1991 begegnen wir den Problemen im Landkreis mit dem ökologischen Waldumbau“, so Seidel. Gerade nach „Kyrill“ habe das Forstamt die Lücken vermehrt mit Buchen, Eichen, Ahorn, Kirsche und Esche gefüllt. „Damit ist der Forst nicht nur sturmfester, wir haben auch einen Schritt zurück zur Natur gemacht“, erklärt Diana Krause vom Forstamt.

Zusätzlich zum wirtschaftlichen Nutzen hat auch die Fichte ihren ökologischen Wert für die Region: „Der Tannenhäher, ein Verwandter des Eichelhähers, hat hier sein Habitat und stellt eine kleine Besonderheit des Bückebergs dar“, so Seidel.  geb

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