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Kiloweise Amphetamin geschmuggelt

Bad Eilsen/Bückeburg Kiloweise Amphetamin geschmuggelt

Der eine hatte Schulden, der andere gesundheitliche Probleme: Kiloweise haben zwei 26 und 31 Jahre alte Männer aus Bad Eilsen Amphetamine ins Schaumburger Land geschmuggelt. Beide waren Zwischenhändler.

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Amphetamin-Drogenfund in Aschaffenburg aus dem Jahr 2015.

Quelle: Symbolfoto

Bad Eilsen/Bückeburg. Wegen Handels mit Betäubungsmitteln hat das Schöffengericht in Bückeburg jetzt gegen jeden von ihnen eine zweijährige Freiheitsstrafe verhängt, ausgesetzt zur Bewährung. Hinzu kommen je 1000 Euro Geldbuße und andere Auflagen. So muss sich der ältere Mann einer Therapie unterziehen, „damit er nicht noch einmal in Versuchung kommt“, wie Richter Dirk von Behren erklärte.

Übergeben wurde der „Stoff“ jeweils am Bahnhof in Minden durch einen Kurier, der nahe der niederländischen Grenze wohnte und den Zug nahm. Diesen Mann hatte im Vorfeld bereits das Landgericht Mönchengladbach verurteilt.

Auf den ersten Blick mögen die Strafen im jüngsten Prozess milde wirken. Dem 26-Jährigen kam jedoch vor allem die sogenannte Kronzeugenregelung zugute: Wer mit Drogen zu tun hatte und über Hintermänner auspackt, darf vor Gericht auf moderate Sanktionen hoffen.

„Mein Mandant hat dazu beigetragen, dass es einen Haftbefehl gegen den Drogenimporteur gibt“, so Verteidiger Michael H. Gloger. „Außerdem wird aufgrund seiner Aussage gegen weitere Hintermänner ermittelt.“ Hintergrund der Taten, so Gloger, sei im Falle seines Mandanten „ein riesiger Schuldenberg“ gewesen.

Im Gegensatz zu dem 26-Jährigen ist der ältere Mann nicht einschlägig vorbestraft – ein Pluspunkt. Vor dem Prozess saß er zudem sechs Wochen lang in Untersuchungshaft. „Das hat ihn nachhaltig beeindruckt“, stellte Richter von Behren fest. Für den Eilser sprach auch dessen Geständnis. An Drogen ist der Familienvater gekommen, nachdem eine enge Angehörige gestorben war. Später nahm er Marihuana, um eigene körperliche Schmerzen zu betäuben, verursacht durch eine Krankheit.

Beide Männer leben in festen Beziehungen

Beide Männer leben in festen Beziehungen, haben Jobs beziehungsweise Arbeitsverträge und damit günstige Sozialprognosen - eine Voraussetzung für Bewährung. „Bewährung mit Ach und Krach“, wie Staatsanwalt Wilfried Stahlhut betonte.

Im Mai 2015 hatten Polizisten die Wohnung des 26-Jährigen in Bad Eilsen durchsucht und 1,5 Kilogramm Amphetamin gefunden, offenbar aus den Niederlanden. Vor Gericht gaben beide Männer jetzt weitere Taten zu: In drei Fällen hatten sie demnach jeweils bis zu 1,2 Kilo Amphetamin geliefert bekommen.

Der Kilopreis lag bei 2000 Euro, zu zahlen an den Kurier. Am Mindener Bahnhof wechselte jeweils ein Brief mit Bargeld den Besitzer. Die beiden Eilser gaben das Amphetamin dann zum Kilopreis von 2500 Euro an ihren Abnehmer weiter. Wirkstoffgehalt: mindestens 15 Prozent. Wegen der großen Menge wurden die Taten als Verbrechen eingestuft. Die Tatzeit lag im Sommer 2015. Der ältere Mann hatte damals außerdem mit kleineren Mengen Marihuana gehandelt. ly

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