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Auf einen Blick: Der Untergang der Erlebniswelt

Auf einen Blick: Der Untergang der Erlebniswelt

Die Erlebniswelt Renaissance war ein touristisches Projekt, das das Zeitalter und den Baustil der Weserrenaissance vermarkten sollte.

>> Vorgesehene Standorte: Hameln (mit dem so genannten Hochzeitshaus als Zentrale des Projekts), Bückeburg, Stadthagen, Rinteln, Höxter und Bevern.

>> Die Finanzierung sicherte vor allem die Europäischen Union. Es flossen 5,8 Millionen Euro aus dem EFRE-Topf (EFRE=Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung). Dazu kamen 3,9 Millionen Euro von Bund und Land.

>> Die Landkreise Hameln-Pyrmont (60 Prozent), Schaumburg (25 Prozent) und Holzminden (15 Prozent) schlossen sich zur Erlebniswelt Renaissance GmbH (EWR) zusammen.

>> Die EWR GmbH wurde 2001 gegründet und ging 2009 in die Insolvenz. In diesen acht Jahren scheiterten sechs Geschäftsführer.

>> Als EWR-Aufsichtsratsvorsitzender amtierte zunächst der Hameln-Pyrmonter Oberkreisdirektor Hans Jürgen Krauß (SPD), ab 2005 der Hameln-Pyrmonter Landrat Rüdiger Butte (SPD). Für Schaumburg saßen im Aufsichtsrat: Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier (SPD) und Gunter Feuerbach, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag.

>> Das Projekt stand unter der Protektion der Landespolitik, vor allem des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums. Werner Agsten, stellvertretender Referatsleiter, gehörte dem EWR-Aufsichtsrat an.

>> Generalunternehmer wurde die media ateliers köln (m.a.k.). Die m.a.k. ging 2005 in die Insolvenz. Zeitweise fungierte m.a.k.-Mitarbeiter Thomas Gersmeier als Geschäftsführer der EWR GmbH.

>> Heute ist die Idee „Erlebniswelt Renaissance“ tot.

>> Die NBank, die die Fördermaßnahmen des Landes Niedersachsen verwaltet, hat bei Stephan Höltershinken, dem Insolvenzverwalter der EWR GmbH, Forderungen in Höhe von mehr als zwölf Millionen Euro angemeldet. Weil EWR GmbH und m.a.k. In die Insolvenz gegangen sind, bleibt zunächst unklar, wer für den Schaden aufkommt. Das Insolvenzverfahren läuft.

>> Die Staatsanwaltschaft Hannover versucht seit 2009, die Schuldigen für die Millionenpleite zu finden. Sie hat das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen mit den Ermittlungen beauftragt. Die Berichterstattung der „Schaumburger Nachrichten“ stützt sich maßgeblich auf den LKA-Bericht. Die Staatsanwaltschaft will in diesem Herbst entscheiden, ob und gegen wen Anklage erhoben wird.

>> Auch das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) untersucht die EWR-Pleite. Falls dem Land Nachlässigkeit oder Vorsatz nachgewiesen werden kann, drohen hohe Rückzahlungen und Strafen.

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