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Energiewende biete Chancen für alle

SPD-Treffen in Nenndorf Energiewende biete Chancen für alle

Dass die Energiewende nicht nur Schwierigkeiten, sondern ebenso Chancen und Vorteile auch für Regionen wie Schaumburg bieten kann, haben Karsten Becker, energiepolitischer Sprecher der SPD im Landtag, und Schaumburgs Landrat Jörg Farr bei einem Treffen des SPD-Samtgemeindeverbandes Nenndorf deutlich gemacht.

Chancen durch Windkraft: Karsten Becker (hinten von links) und Jörg Farr sprechen auf Einladung der SPD Nenndorf über das Thema Energiewende.

Quelle: kle

Landkreis/Nenndorf. Bei all den Herausforderungen, die in Zusammenhang mit dem Ausstieg aus der Atomenergie und dem Verzicht auf fossile Brennstoffe stehen, „kommt häufig die Darstellung der Chancen zu kurz“, fand Becker. Tatsächlich gebe es hierbei aber auch viel zu gewinnen. In Niedersachsen würden bereits 40 Prozent der Energie aus regenerativen Quellen gewonnen. Den Großteil bildet die Windenergie, was eine große Wertschöpfung gerade für ländliche Bereiche bedeute. Ob und wie diese wirtschaftlichen Vorteile sich in Schaumburg überhaupt bemerkbar machen würden, wollte ein Zuhörer wissen. Man gehe von einem „Zubau an Windkraftanlagen bis 2050 aus“, erklärte Becker. In den Bereichen Handwerk und Dienstleistung rund um die Branche, beispielsweise für Aufstellung und Wartung, würden beispielsweise neue Arbeitsplätze entstehen.

Die Chancen für den privaten Haushalt stellte Jörg Farr vor. Seit 2014 betreibt der Landkreis eine Leitstelle für Klimaschutz, die sich unter anderem mit klimafreundlicher Mobilität und energetischer Gebäudesanierung befasst. In den vergangenen zehn Jahren hätten sich die Heizölkosten für jedes Haus fast vervierfacht, und fast 70 Prozent des heutigen Gebäudebestandes stamme aus Zeiten vor der ersten Energiesparverordnung.

„Derzeit wird jährlich ein Prozent der Gebäudesubstanz in Schaumburg saniert“, so Farr. Mit der Beratungskampagne „Mach dein Haus fit!“ tritt der Landkreis deshalb gezielt an Hausbesitzer heran, um ihnen ihre Sanierungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Auch das Thema „Südlink“ kam erneut zum Tragen. Die neue Dezentralität bei der Energiegewinnung mache das Anlegen neuer Stromtrassen unumgänglich, betonte Becker. „Der Bedarf dieser Leitung steht außer Frage“, stellte er klar. Vor allem gehe es deshalb jetzt um das Wie.

Die umstrittene Freileitung hätte zusätzlich zu den Nachteilen in Sachen Raum- und Umweltverträglichkeit für die betroffenen Regionen leider auch überhaupt keine Vorteile. Denn da der Strom bei der Gleichstromtrasse nur von einem Punkt zum anderen geleitet werde, könnte Schaumburg, selbst wenn die Trasse mitten hindurch verliefe, die Leitungen nicht für sich nutzen. Er mache sich daher zusammen mit vielen anderen weiterhin für eine Erdverkabelung als Regelfall stark, Streckenabschnitte mit Überlandleitung sollten allenfalls die Ausnahme sein. kle

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