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Brüssel in Schaumburg–Schaumburg in Brüssel

Thema des Tages Brüssel in Schaumburg–Schaumburg in Brüssel

In Brüssel wird nur Politik für Europa und nicht für Schaumburg gemacht? Das allgemeine Empfinden gegenüber dem Europaparlament und seinen Politikern ist häufig getrübt. Um sich ein Bild von der Arbeit der Abgeordneten zu machen, haben sechs Schüler des Stadthäger Ratsgymnasiums Schaumburgs Europapabgeordneten Burkhard Balz und seine Kollegen im Rahmen der Veranstaltung „Meet your MEP“, zu deutsch „triff deinen MEP“ (Mitglied des Europäischen Parlaments), an seinem Arbeitsplatz besucht.

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SN-Volontärin Virginé Rolke (von links) begleitet die Schüler Fabian Blödorn, Sönke von Oheimb, Lukas Albrecht, Sarah Josephine Hartmann, Eduardo Ripphoff Castillo, Lehrer Jan Ballowitz und Maxine Reith bei ihrem Besuch von Michael Freericks (vierter von links), Leiter der Landesvertretung Niedersachsen, in Brüssel.

Quelle: vr

von Virginé Rolke. Politik für die eigene Kommune und nicht nur für Europa machen, ist für Balz und seinen Kollegen Tom Vandenkendelaere, beide Abgeordnete im Ausschuss für Wirtschaft und Währung, selbstverständlich. „Europa fängt für mich vor der Haustür an“, sagt Balz. Der Tag beginnt für den Stadthäger stets mit einem Blick in die Schaumburger Nachrichten. Die Heimat hat der Abgeordnete immer im Kopf, wenn er in Brüssel arbeitet. Auch Vandenkendelaere, der aus einem kleinen Ort in Belgien kommt, denkt an sein Zuhause. „Früher hatte ich wenig mit Politik zu tun, aber mir ist dann aufgefallen, dass man nicht immer nur meckern kann, wenn man sich selber nicht engagiert“, erklärt der junge Politiker seinen Werdegang nach Brüssel.

Vom Schimpfen im örtlichen Fußballverein ging es für Vandenkendelaere dann schnell über die lokale Politik bis ins Europaparlament. „Hier kann ich nun aktiv etwas bewirken.“
Balz erklärt, wie manche Entscheidungen in Brüssel auch Auswirkungen auf Schaumburg haben. „Ein gutes Beispiel aus meinem Ausschuss sind die Einlagensicherungsrichtlinien aus 2014“, so Balz. Diese Richtlinien sollen Sparguthaben von Bankkunden in Europa besser schützen. Im Rahmen des europäischen Gesetzes sind Kundengelder bis zu 100 000 Euro versichert. „Das betrifft natürlich auch das Geld der Schaumburger.“  Doch nicht nur im finanziellen Bereich mache sich die EU stark. Auch Umweltschutz und die Sicherung von historischen Gebäuden sind wichtig. So erhalten zum Beispiel das Hubschraubermuseum in Bückeburg, das Backhaus in Lindhorst und regionale Naturschutzprojekte Subventionen von der EU. Alle Gesetze, die vor dem Beschluss stehen, werden von Balz nach eigenen Worten auch immer mit Blick auf Schaumburg überprüft.

Effiziente Arbeit oder nur Geschwafel?

Für den Leiter der Landesvertretung Niedersachsen, Michael Freericks, hatten die Schüler eine ganz besondere Frage vorbereitet: „Leistet die EU effiziente Arbeit, oder ist das meiste nur Geschwafel?“ Für Freericks ist die Antwort eindeutig: „Vieles spürt man nur indirekt, aber sehen Sie sich einfach mal um, da ist ganz viel Europa.“ Wer heute gerne Spaghetti mit Pesto essen möchte, müsse nicht nach Italien fahren, womit er auf den Außenhandel innerhalb der EU aufmerksam machte. So gut wie jeder Lebensmittelladen und Discounter hat Spezialitäten und kulinarische Besonderheiten im Regal. „Das war vor einigen Jahren noch nicht so“, erinnert sich die parlamentarische Assistentin Jenny Maennl-Schorn, die die Schüler während ihrer Zeit in Brüssel begleitete.

Es sei auch keine Selbstverständlichkeit, dass es innerhalb Europas keinen Krieg gebe: „Der Vorteil der EU sind die Gespräche. Auch bei Streit wird geredet und nicht gekämpft“, betont Freericks.
Die EU bringe außerdem noch viele weitere Vorteile mit sich. So sei die einheitliche Währung ein großer Vorteil für Reisende und Arbeitnehmer im Ausland. Die Jugend gehe ebenfalls nicht leer aus: Das EU-Programm Erasmus fördert Studienaufenthalte und Praktika innerhalb der EU. Wer sich mit dem Thema EU beschäftige, der müsse auch alle Seiten betrachten. „Man kann nicht nur meckern, ohne die Fakten zu kennen“, meint Freericks.

Einen interessanten Einblick in die Arbeit erhielten die Schüler auch in einem Gespräch mit den Abgeordneten Monika Hohlmeier, Sprecherin der EVP-Fraktion (Europäische Volkspartei) im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres sowie mit Godelieve Quisthoudt-Rowohl, Mitglied im Ausschuss für internationalen Handel und Berichterstatterin der EVP-Fraktion für TTIP. Sowohl über Themen wie Terrorismusbekämpfung als auch Flüchtlingspolitik und die Zukunft mit Donald Trump als Präsidenten der USA wurde offen diskutiert.

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