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Der gute alte Raps

Der gute alte Raps

Der Raps hat sozusagen einen langen kulturellen Weg hinter sich – vom Unkraut zur beliebten Nutzpflanze. Wir haben allerlei nützliche Dinge zum Raps zusammengetragen – und bieten hier Antworten auf Fragen rund um die gelbe Schönheit auf den Äckern zwischen Weser und Deister.

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Thema des Tages. Jeder kennt die großen gelben Felder, wenn sie im Frühjahr schon von weitem hell leuchten und intensiv duften. Der Raps gehört zu jenen besonderen Pflanzen, die bei den meisten Menschen irgendwie auch sommerliche Gefühle auslösen und für das eine oder andere „Oooh“ sorgen, wenn Fußgänger, Radler oder Autofahrer an den Rapsfeldern im Weserbergland entlangkommen. TT

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Blüten, Fruchtstiele, Schoten, Samen

In Deutschland wird überwiegend Winterraps angebaut. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 40 Zentimetern bis zu 1,20 Meter. Die Blüten haben einen Durchmesser von über einem Zentimeter, die Fruchtstiele sind zwei bis drei Zentimeter lang. Die zweiklappigen Schoten mit bis zu 20 Samen (Foto) werden fast zehn Zentimeter lang und sind etwa vier Millimeter breit. Die Blühdauer liegt zwischen drei und fünf Wochen. Jede zweite Blüte bildet Schoten aus. Die rein gelb erscheinenden Blüten besitzen im UV-Spektrum „Leuchtstreifen“, welche als „Saftmale“ für die Bestäuberinsekten dienen. Diese Streifen auf den Blüten können zum Beispiel von Bienen gut erkannt werden und führen die Insekten direkt zu Pollen und Nektar.

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So läuft das Raps-Jahr

- Ende August bis Mitte September beginnt mit der Aussaat das Jahr der Rapspflanze. Idealerweise wird Raps nach Getreide, Kartoffeln oder Grünbrache angebaut. Schon wenige Tage nach der Aussaat blinzeln die ersten Keimblätter aus der Erde. Bis zum Winter bildet der Raps eine kräftige Bodenrosette, die den Winter gut übersteht.

- Ab November stellt die Pflanze ihr Wachstum zur Überwinterung fast vollständig ein. Raps gehört zu den Pflanzen, die erst blühen, wenn sie in ihrer „Jugend“ eine andauernde Periode mit niedrigen Temperaturen durchlebt haben. In der Landwirtschaft heißt diese positive Reaktion auf Kältereize „Vernalisation“.
- Im April und Mai verwandelt der Raps mit seiner üppigen Blüte Deutschlands Felder in leuchtend gelbe Landschaften: Raps – oder Brassica napus, wie ihn die Botaniker nennen – hat sich in den letzten 30 Jahren zur bedeutendsten heimischen Ölpflanze entwickelt.
- Im Juni und Juli verändert der Raps sein Aussehen. Anstelle grüner Pflanzen mit gelben Blüten stehen dünne hellbraune Schoten, die die einen Millimeter großen, schwarzbraunen Rapskörner enthalten.
- Mitte Juli wird Raps geerntet. Da die Schoten und damit die Körner ungleichmäßig ausreifen, gibt es nicht den richtigen Zeitpunkt für die Ernte. Vielmehr versucht man, den optimalen Reifegrad zu bestimmen. Dieser ist erreicht, wenn 20 bis 30 Prozent der Körner schwarz sind und der Wassergehalt zwischen fünf und zehn Prozent liegt. Geerntet wird mit einem Mähdrescher, wobei die Samen in einem Korntank aufgefangen werden.

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Was braucht die Pflanze?

Raps ist eine Kulturpflanze aus den maritimen Klimazonen. Die meist ein- oder zweijährige Pflanze hat auffallend leuchtende gelbe Blütentrauben. Raps bevorzugt niederschlagsreiche Gebiete mit hoher Luftfeuchtigkeit. Eine Niederschlagsmenge von 600 bis 800 Millimetern pro Jahr ist Voraussetzung für hohe Erträge. Die Temperaturansprüche der Rapspflanze sind relativ gering, bevorzugt werden mäßig kühle Temperaturen. Raps wächst gut auf feuchten, schweren, nährstoffreichen Böden ohne Staunässe und Spätfrost. Besonders geeignet für den Raps sind lehmige Sandböden, sandige Lehmböden sowie Lehmböden. Flachgründige Böden, Moorböden, kalte Tonböden und staunasse Böden sind für den Rapsanbau ungeeignet. Sommerraps ist hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit anspruchsloser als der Winterraps. Von den Standortansprüchen des Rapses sind jedoch die klimatischen Bedingungen wichtiger als die des Bodens.

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Was macht man aus Raps?

Rapsöl: Aus den Rapssamen wird hochwertiges Rapsöl gewonnen. Je Hektar lassen sich 1500 Liter Rapsöl gewinnen – wie zum Beispiel in der Ölmühle Ottenstein. Rapsöl wird als Salat- und Bratöl verwendet. Größere Anteile des Rapsöls fließen auch in die Produktion von Margarine, Mayonnaise sowie von Schmierstoffen und Kosmetika. Rapsöl hat einen Brennwert von etwa 900 Kolorien pro 100 Gramm und enthält rund 48 Prozent Ölsäure, 22 Prozent Linolensäure und Sterole.
Biodiesel: Raps ist auch eine Pflanze für den Tank: Denn Rapsöl wird in großem Umfang verestert und dann als Biodiesel eingesetzt. Als sogenannter „nachwachsender Rohstoff“ wird der Raps-Biodiesel staatlich gefördert.
Tierfutter: Die bei der Pressung der Rapssamen zum Öl entstehenden Reste – im Fachjargon Rapskuchen genannt – werden als eiweißreiches Tierfutter genutzt.

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Was ist Raps?

Der Raps ist eine beliebte und auffällige Nutzpflanze in Deutschland und zählt seit vielen Jahrhunderten zu den wichtigsten Ölpflanzen Europas. Jeder kennt die großen gelben Rapsfelder, wenn sie im Frühjahr leuchten und intensiv duften. Der Raps gehört zu der Familie der Kreuzblütler, aus welcher viele der heutigen Nutzpflanzen stammen. Alle Kreuzblütler (auch Kohlgewächse genannt) haben einen intensiven Geschmack – aufgrund von Senfölen, welche in allen Pflanzen dieser Familie vorkommen. Viele geschmacklich anspruchsvolle Nahrungspflanzen haben sich aus dieser Familie entwickelt – bekannte Beispiele sind die Radieschen, der Senf, der Rettich, Kresse und diverse Kohlsorten.

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Wie gesund ist Rapsöl?

Jährlich werden viele Millionen Hektar Raps in Europa, China, Indien und Nordamerika angebaut. Insbesondere der „Doppelnullraps – 00-Raps“ wird sehr häufig verwendet. Bei dem Nullraps wurde durch Züchtung erreicht, dass anstatt von Erucasäure Ölsäure in der Pflanze produziert wird, was ihr einen besseren Geschmack verleiht. Bei dem Doppelnullraps wurden noch weitere Inhaltsstoffe „optimiert“, sodass es dem Olivenöl zum Beispiel in Bezug auf die ungesättigten Fette fast überlegen ist. Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wird die Nutzung von Rapsöl in der Küche sogar angeraten: Sie empfiehlt Rapsöl wegen seines hohen Gehalts an Alpha-Linolensäure (einer wertvollen Omega-3-Fettsäure, die nur in sehr wenigen Pflanzenölen vorkommt) und seines besonders ausgewogenen Fettsäuremusters mit einem optimalen Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren.

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